32 1/2026 beteiligte, eine interessante Parallele zur Entstehung der Matthias-Kapelle Kobern. 1217 gibt er eine Erklärung ab: „cum jam in procinctu essemus peregrinandi“ – unmittelbar vor seiner Abreise – „cum aliis innumeris cruce signatis“ bei der es um Grundbesitz „bei Druchlete“ geht. Diesen Besitz muss er verkaufen um seine nicht unerheblichen Reisespesen zu decken. Gottfried von Arnsberg befindet sich dann später wieder „juxta capellam Druchlete“. Als Anlass des Kapellenbaues wurde u. a. auch ein Gelübde vermutet, bei glücklicher Heimkehr aus dem Heiligen Land eine Stiftung zu machen. Ein Bezug zum Heiligen Land ist durch die Beteiligung von Graf Gottfried gegeben. Das Patrozinium der Kapelle ist das Hl. Kreuz und Dalman wusste noch zu berichten, dass jeweils zum Fest der Kreuzauffindung wie auch am Fest der Kreuzerhöhung dort die Hl. Messe zelebriert wurde. Im Inneren der Kapelle befindet man sich förmlich in einem „Wald von Säulen“: der Bau ist niedrig und zwei Säulenkränze umstehen einen kleinen Zentralraum: der äußere Ring umfasst zwölf Säulen, der innere Ring besteht aus zwei Säulen und zwei Pfeilern. Es gibt aber keine Symetrie des Baues wie in Kobern, auch weichen Apsis und Vorraum vom Raumgefüge ab. Wie im Bild rechts zu sehen, gibt der „Soester Grünsandstein“, auch „Anröchter Stein“, dem kleinen Raum ein freundliches und edles Aussehen. Der Bauschmuck beschränkt sich auch völlig auf die Kapitelle, die sowohl Würfelstrukturen aufweisen wie auch Gesichter, die wiederum im Laufe der Geschichte Anlass zu verschiedenen Deutungen und Spekulationen gegeben haben. Einmal könne es ein heidnisches Bauwerk gewesen sein – diese These wurde besonders gern in der Zeit des Nationalsozialismus betont. Im 19. Jh. kam die These auf, es könne sich um eine Taufkapelle gehandelt haben – dafür gibt es aber keinerlei Belege. Ebenfalls sehr fraglich ist die Deutung der Kapelle auf eine Versammlungsstätte der Katharer, welche Mitte des 20. Jh.s aufkam. Damit seien nur einige Interpretationen dieses geheimnisvollen Raumes genannt – mittlerweile gibt es über 100 Veröffentlichungen – in Inneres der Kapelle IM LAND DES HERRN
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