34 1/2026 ie vor hundert Jahren bei Ausgrabungen entdeckte Orgel der Kreuzfahrerzeit erklingt wieder. Ein Interview mit David Catalunya, spanischer Musikwissenschaftler und Organist, der eines der ältesten musikalischen Wunder der Welt ans Licht brachte. Ein acht Jahrhunderte lang vergessener Klang, ein Echo der Vergangenheit, das für immer zu verstummen schien. Doch nun ist er zurückgekehrt: der Klang der mittelalterlichen Orgel, entdeckt in Betlehem. Sie erklingt dank eines internationalen Projekts unter der Leitung des spanischen Musikwissenschaftlers und Organisten David Catalunya wieder. Dieses unglaubliche Instrument, im 11. Jh. in Frankreich gebaut und im 12. Jh. ins Heilige Land gebracht, um die Liturgie der Kreuzfahrer zu begleiten, ist heute vielleicht die älteste noch spielbare Orgel der Welt. Bis vor Kurzem hielt die Orgel in der Basilika von Valères in Sitten, Schweiz, mit ihrem Ursprung im 15. Jh. den Rekord. Doch nun hat die Orgel von Betlehem mit ihren jahrhundertealten Pfeifen ein einzigartiges Fenster zur Musik des Mittelalters wieder geöffnet. Am 19. September 2025 erklangen im Rahmen einer Präsentation im Kloster der Kustodie des Heiligen Landes in Jerusalem einige ihrer Originalpfeifen wieder und boten ein einzigartiges und bewegendes Klangerlebnis. Wir sprachen mit Professor Catalunya, einer führenden Persönlichkeit auf dem Gebiet der Alten Musik, der mit bedeutenden europäischen Forschungseinrichtungen zusammenarbeitet und sich jahrelang der Wiederentdeckung dieses außergewöhnlichen Instruments gewidmet hat. Professor, können Sie uns von dem Moment im Mai 2025 erzählen, als die Pfeifen der Orgel von Betlehem nach acht Jahrhunderten des Schweigens wieder zu spielen begannen? Es war unglaublich. Unser ursprüngliches Ziel war es, den Klang der Orgel mit Hilfe von funktionsfähigen Repliken zu rekonstruieren. Unser Orgelbauer, Winold van der Putten, hatte in seiner Werkstatt in den Niederlanden Kopien der Pfeifen angefertigt. Diese brachten wir dann nach Jerusalem, um sie mit den Originalen zu vergleichen. Geplant war auch, einige der alten Pfeifen in eine kleine tragbare Orgel einzubauen, um ihre Klangcharakteristik zu testen. Zu unserer größten Überraschung gaben zwölf der originalen Orgelpfeifen noch immer Töne von sich; acht von ihnen klangen mit unerwarteter Kraft, als wären sie erst am Vortag gebaut worden. Was empfanden Sie in diesem Moment? Ein überwältigendes Gefühl. Diese Pfeifen nach Jahrhunderten der Stille spielen zu hören, war Betlehem, der verlorene Klang des Mittelalters Giuseppe Caffulli D David Catalunya bei der Aufstellung der Orgelpfeifen © MAB/CTS
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