IM LAND DES HERRN 8 1/2026 sogar „ein großes Kloster und eine große Basilika“. Die mittelalterliche Kirche entsprach weitgehend der byzantinischen. Melisenda, die Gemahlin des Königs Fulk von Jerusalem (1131–1143) und später selbst Regentin für ihren minderjährigen Sohn Balduin III., erwarb 1138 Betanien und stiftete dort mit königlicher Gebefreudigkeit ein Benediktinerinnenkloster, in das ihre jüngere Schwester eintrat, die dort Äbtissin wurde. Das Kloster war in Terrassen an den Hang gebaut und hatte zwei Schutztürme für den Notfall, einen unten im Grundstück der Franziskaner (oberhalb des Eingangs), den anderen weiter oben, oberhalb der griechisch-orthodoxen Kirche. Reste des Klosters sind vor allem südwestlich der modernen Kirche zu sehen (im Vorhof hinten rechts). Dort sind heute mehrere Kapellen für Pilgergruppen eingerichtet, einige ausgestellte landwirtschaftliche Geräte sind eine Erinnerung an das früher bäuerlich geprägte Dorf. Die heutige Lazaruskirche wurde unter Leitung des Architekten A. Barluzzi in den Jahren 1952– 54 erbaut, nachdem das Gelände von den Franziskanern schon im 19. Jh. angekauft und nach dem Zweiten Weltkrieg gründlich erforscht worden war. Die neue Kirche hält sich an die Breite der zweiten byzantinischen Kirche, ist aber kürzer und lässt so Raum für einen schönen Vorhof. Die Form eines griechischen Kreuzes (mit gleichlangen Kreuzarmen), aber ganz ohne Fenster, ahmt ein Grabmonument nach. Nur durch die gläserne Kuppel kommt von oben Licht in die Kirche, ein architektonischer Hinweis auf die Auferstehung, sowohl die des Lazarus als auch die von Jesus, auf die er hier hinwies: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25; siehe das Mosaik über dem Hauptaltar). Die Mosaike in den Kreuzarmen stammen vom italienischen Künstler Cesare Vagarini. In ihnen finden die drei Evangelienabschnitte, die Betanien betreffen, ihre Darstellung. Um in das Lazarusgrab zu kommen, verlässt man das Grundstück der Franziskaner durch den oberen Eingang und wendet sich nach links Inneres der Lazaruskirche Landwirtschaftliche Geräte in den Klosterräumen
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