Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-2

2/2026 13 Zora und Eschtaol Heinrich Fürst OFM/Gregor Geiger OFM ach dem Buch der Richter wurde Simson in Zora geboren und vom Geist des HERRN zwischen Zora und Eschtaol umhergetrieben (Ri 13,2.24–25). Die genaue Lage des alten Eschtaol ist unbekannt. Der Name ist in dem des arabischen Dorfes Ischwa (in älteren Quellen auch Aschtwail) erhalten. An dessen Stelle wurde 1949 der Moschaw Eschtaol gegründet und mit dem biblischen Namen benannt. Man hat zwar hier menschliche Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit entdeckt, aber keine aus biblischen Epochen. Wahrscheinlich ist die biblische Ortslage auf einem der umgebenden Hügel zu suchen. Zora dürfte auf dem Tel Zora (der Name ist modern) gelegen haben, 3 km westlich vom Moschaw Eschtaol. Hier befand sich bis 1948 das arabische Dorf Sara, das den biblischen Namen bewahrte. Ausgrabungen, die die Geschichte des Ortes klären könnten, hat es bisher nicht gegeben. Im arabischen Dorf wurde in der Moschee das Grab eines Nabi Samat verehrt, daneben zwei Gräber weiterer lokaler Heiliger. Seit dem 14. Jahrhundert ist jüdischerseits eine Identifizierung des Nabi Samat mit Simson zu belegen. Die Moschee steht heute nicht mehr, manche sehen in den beiden anderen, noch erhaltenen Gräbern die von Simson und seinem Vater Manoach, freilich entgegen dem biblischen Zeugnis, wonach beide zwischen Zora und Eschtaol begraben seien (Ri 16,31). Der Kibbuz Zora, der den biblischen Namen trägt, liegt 2 km südwestlich von Tel Zora. N Das traditionelle Grab des Simson, im Hintergrund gut sichtbar die Hügellandschaft der Schefela (hebräisch „Niederung“)

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