4 2/2026 m vorigen Kapitel haben wir über die „großen Richter“ gesagt: Sie sind Kriegshelden, die mit übermenschlicher Kraft begabt scheinen. Diese Kraft befähigt sie, ihrem Volk als „Retter in der Not“ beizustehen. Dabei ist die „Not“ fast immer gleich begründet: Die Israeliten haben sich von Jahwe abgewandt und sind anderen Göttern nachgelaufen. Zur Strafe lässt Gott sie in die Gewalt fremder Völker geraten, die Israel unterdrücken und ausbeuten. Auf den Notschrei seiner Kinder hin lässt Gott sich erweichen und schickt einen Retter in der Person eines „großen Richters“. Erneute Unterdrückung Israels Im Falle des Richters, den wir als nächsten vorstellen wollen, trifft das eben skizzierte Schema vollständig zu, ist aber um ein beherzigenswertes Detail reicher: Gott scheint diesmal die Geduld mit seinen unzuverlässigen Kindern endgültig verloren zu haben. Er sagt, als die von den Philistern und Ammonitern bedrohten Israeliten zu ihm schreien: „Ich habe euch schon oft aus der Gewalt eurer Feinde befreit. Ihr aber habt mich verlassen und anderen Göttern gedient. Darum werde ich euch nicht mehr retten. Geht und schreit doch zu den Göttern, die ihr statt meiner verehrt habt. Die sollen zeigen, was sie können und euch Hilfe bringen!“ – Die Israeliten reagieren demütig und klug. Sie entgegnen (sinngemäß): „Wir wissen, dass wir uns deine Sympathie verscherzt haben und dass wir keine Ansprüche bei dir anmelden können, denn wir sind alle Sünder vor dir. Du kannst mit uns machen, was du willst! Aber bitte, rette uns noch Tell Ekron, nördlichste der Philisterstädte, ca. 13 km nördlich von Bet Shemesh – ein fast „unsichtbarer“ Tell, weil er sich kaum aus dem Gelände hervorhebt Biblische Gestalten Jiftach und Simson Sigfried Grän OFM I Orientierungsschild von Ekron mit dem „Erkennungszeichen“ der PhilisterKeramik, dem stilisierten Vogel
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