3/2026 11 tete. – Die Ältesten Israels, die klar erkannten, dass man mit ungeratenen jungen Richtern keine gesegnete Zukunft haben würde, traten eines Tages an Samuel mit der Bitte heran: „Setze einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist!“ (1 Sam 8,5). Die Einführung des Königtums Ohne dass wir hier auf Einzelheiten eingehen wollen, die letztlich nur für Fachleute interessant sind, müssen wir uns doch (wieder einmal!) klarmachen: Die uns vorliegenden Erzählungen über die Entstehung des Königtums in Israel sind keine zeitgenössischen, geschichtlich zuverlässigen Berichte, sondern teils sagenhafte, teils theologisch „frisierte“ Überlieferungen, die von späteren Autoren benutzt wurden, um Wesen und Wert des Königtums zu diskutieren. Man kann beobachten, dass die biblischen Schriftsteller teils positiv, teils negativ vom Königtum sprechen, und man hat deshalb in unserer Frage zwei Gruppen von Überlieferungen unterschieden: königsfreundliche und königsfeindliche Texte. – Dabei gilt grundsätzlich: je später einer über das Königtum schreibt, desto kritischer ist er (weil er die zahlreichen schlechten Erfahrungen kennt, die das Volk leider mit despotischen Königen machen musste). – Aber trotz aller Bedenken und Einwände wurde die Errichtung des Königtums schließlich nicht nur akzeptiert, sondern mit dem Willen Gottes in Einklang gebracht, d. h. man war überzeugt, dass Gott letztlich ja zu den Königen seines Volkes gesagt hatte. – Einig sind sich dabei alle Autoren in der Beurteilung Samuels: Er spielt die entscheidende Rolle bei der Begründung des Königtums in Israel, er ist der klassische Königsmacher. Zurücksetzung Jahwes Nach einer königskritischen Darstellung missfiel Samuel der von Ältesten geäußerte Wunsch nach einem König, weil er darin spontan eine Zurücksetzung seiner eigenen Person sah. Als er sich betend mit Gott über die Angelegenheit besprach, wurde ihm mitgeteilt, dass sich dieses Verlangen nicht gegen ihn, sondern gegen Jahwe richte, dessen Königtum man längst ablehne, wie die dauernde Neigung zum Götzendienst beweise. Dennoch möge Samuel der Bitte des Volks entsprechen, aber nicht ohne zuvor eindringlich vor den Rechten und Ansprüchen des Königs gewarnt zu haben. So stellte Samuel den Israeliten den Frondienst, den Kriegsdienst und die Steuerlasten vor Augen, die mit jedem Königtum gegeben waren. Aber das Volk blieb hartnäckig: „Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie die anderen Völker sein!“ (1 Sam 19). Gott ließ dem uneinsichtigen Volk seinen Willen und sagte noch einmal zu Samuel: Höre auf sie „und setz ihnen einen König ein“ (1 Sam 8,22). Erwählung des Saul Der erste König Israels war der junge Saul, Sohn eines gewissen Kisch aus dem Stamm Benjamin. Über seine Erwählung gibt es verschiedenen TraSamuel Samuel König Saul, lutherische Erlöserkirche München
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