12 3/2026 IM LAND DES HERRN ditionen. – Die erste schließt sich an den eben erwähnten Gottesspruch an: „Setze ihnen einen König ein!“ Bald nachdem Gott so zu Samuel gesprochen hat, trifft dieser wie zufällig auf Saul, der seine entlaufenen Eselinnen sucht, und salbt ihn im Auftrag Gottes zum König (1 Sam 9,1 ff.). – Neben dieser königsfreundlichen Episode gibt es einen königskritischen Bericht, wonach Samuel das Volk in Mizpa zusammenruft und ihm den Vorwurf macht, „Gott verworfen und einen König verlangt zu haben“. Bei dieser Gelegenheit lässt Samuel durch das Los ermitteln, wer König in Israel sein solle, und das Los fällt auf Saul, dem sofort alle freudig huldigen (1 Sam 10,24). – Nach einer dritten Überlieferung wird Saul nach einem glänzenden Sieg über die Ammoniter zum König erhoben. Da aber Saul nach den Texten, wie sie uns heute in der Bibel vorliegen, schon König war, hat ein späterer Redakteur geschrieben: Saul wurde damals in der Stadt Gilgal als König „bestätigt“, sein Königtum, das sich im Kampf bewährt hatte, wurde „erneuert“ (vgl. 1 Sam 11,14 f.). Das Zerwürfnis Für jüdische Theologen richtete sich die „Qualität“ eines Königs nicht in erster Linie nach seiner Tüchtigkeit im Krieg oder in der Verwaltung, sondern nach seiner Treue zum Gesetz Gottes. Leider verstieß der neue König Saul sehr bald gegen Gottes Gebot, weshalb im Samuel seine Verwerfung ankündigen musste. Der erste Anlass zu einem Zerwürfnis war ein Bittopfer vor einer Schlacht gegen die Philister, das Saul eigenmächtig darbrachte, weil Samuel sein Kommen um sieben Tage verzögerte. Saul fürchtete, seine Leute würden den Mut verlieren und davonlaufen, deshalb maßte er sich priesterliche Funktionen an. Samuel aber nahm ihm das sehr übel. – Den endgültigen Bruch zwischen Samuel und Saul brachte dann eine Strafexpedition gegen die Amalekiter (gegen die schon Josua beim Zug durch die Wüste gekämpft hatte, wobei Mose auf einem Berg betend die Arme erhoben hielt). – Im Auftrag Gottes musste Samuel an Saul die Weisung ergehen lassen, den Krieg gegen Amalek als „Heiligen Krieg“ zu führen und die Amalekiter (als Widersacher Gottes) völlig zu vernichten, d. h. „dem Untergang zu weihen“. Saul gehorchte, ließ aber den feindlichen König als Kriegsgefangenen am Leben und verschonte auch die besten Schafe und Rinder der Feinde, teil zum Nutzen seiner Krieger, teils als mögliche Opfergaben zur Ehre Gottes. Der junge David spielt die Leier vor Saul (1Samuel 16 ff.), Glasfensterl in St. Kilian, Heilbronn
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