3/2026 9 zukommen lassen will. Die Stimmen, die zu mir reden und mich zu beeinflussen suchen, mögen alle wie menschliche Stimmen klingen, und doch kann eine von ihnen Gottes Stimme sein. – So ist es für mich als aufmerksamen Christen noch heute ratsam, das zu tun, was Samuel getan hat: Dass ich mir bei der Suche nach Gottes Weisung von einem erfahrenen Mitmenschen helfen lasse; dass ich mir beibringen lasse, mit welcher Haltung und mit welchem Gebet auf den Lippen ich mich dem Göttlichen nähern muss, damit es immer klarer zu mir spricht und mir Einsichten gewährt, die mir selbst und vielleicht noch vielen anderen zum Heil sind. – „Rede, Herr, dein Diener hört!“ Uns allen ist aufgetragen so zu denken und zu beten. Und uns allen ist verheißen, dass wir zu rechten Zeit Gottes Zuspruch vernehmen dürfen. Eine Unheilsbotschaft Die göttliche Botschaft, die Samuel mit Hilfe Elis schließlich verstand, war für das „Haus Eli“ alles andere als erfreulich. Gott teilte Samuel mit, dass er in Kürze seiner Drohungen wahrmachen und Elis Familie vernichten werde. Dabei wurde auch Eli schuldig gesprochen, „weil er wusste, wie seine Söhne Gott lästern und er ihnen nicht Einhalt gebot“ (1 Sam 3,13). Und um keine falsche Hoffnung aufkommen zu lassen, fügte Gott hinzu: „Die Frevel, die hier geschehen sind, können durch Opfer und Gaben in Ewigkeit nicht gesühnt werden.“ – Eli war natürlich gespannt auf die nächtlichen Erlebnisse Samuels und setzte diesen am Morgen heftig unter Druck: „Gott möge Dir dieses und jenes antun, wenn Du mir etwas verheimlichst!“ Da teilte ihm Samuel die ganze unheilvolle Wahrheit mit. Die Lade-Erzählung Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dass die biblischen Bücher in der Regel Sammelwerke sind, die vielfältiges Material vereinen, das von späteren Redakteuren nach bestimmten theologischen Gesichtspunkten zusammengestellt Samuel Samuel Heiligtum Kirjat-Jearim, wenige Kilometer westlich von Jerusalem an der Autobahn Nr. 1
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