26 FRANZISKANER 1|2026 Zu Beginn des Jahres wurde der venezolanische Machthaber Nicolás Maduro durch eine völkerrechtswidrige Militäraktion der USA gestürzt. Was hat sich seither für die Menschen im Land geändert? Geht es ihnen nun besser? Wir haben bei Franziskanerinnen und Franziskanern aus Venezuela nachgefragt. Am 3. Januar 2026 führten die USA eine groß angelegte Militäroperation in Venezuela durch und nahmen De-facto-Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefangen. Unter dem Vorwurf, sie seien führende Köpfe eines Drogenkartells, entführten sie sie nach New York. Seither macht die US-Justiz ihnen den Prozess wegen Verschwörung zum Drogenterrorismus und Kokainschmuggel in die USA. Bei dem völkerrechtswidrigen Angriff wurden rund 100 Menschen getötet, darunter auch zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten. Genaueres über die Lage im Land ist schwer zu erfahren, denn unabhängige Berichterstattung aus Venezuela hat es schwer: In der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) aus dem Mai 2025 belegt das Land Rang 160 von 180. Mit lediglich 29,21 von 100 möglichen Punkten beschreibt die internationale Nichtregierungsorganisation die Lage im Land als »sehr ernst«. Daran hat sich seit dem Sturz Maduros nichts geändert. Hinzu kommt der eingeschränkte Zugang zum Land: Laut RSF saßen im Januar rund 200 ausländische Journalistinnen und Journalisten in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta fest und warteten auf die Genehmigung zur Einreise nach Venezuela. Um zu erfahren, wie es den Menschen vor Ort tatsächlich geht, wenden wir uns daher an Franziskanerinnen und Franziskaner in Venezuela. In dem von extremer Armut geprägten Land versuchen die Minderbrüder zu helfen, wo sie können. Das in Bonn ansässige Hilfswerk »Franziskaner Helfen« sammelt Spenden, um deren Projekte sowie andere weltweit zu unterstützen. Es vermittelt uns zu den Franziskanerinnen und Franziskanern in Venezuela. Maximilian Feigl, Emanuel Graef Wenn Hoffnung gefährlich wird Venezuela aus franziskanischer Sicht junge am tisch : © carlos oyon – franziskaner helfen
RkJQdWJsaXNoZXIy NDQ1NDk=