Franziskaner Mission 3 | 2026

Durch einen Zufall erfuhr ich von der Arbeit der Franziskaner in Kenia. Ich nahm Kontakt zu dem in Nairobi lebenden deutschen Missionar Augustinus Wehrmeier ofm auf. Er organisierte für mich meinen dreimonatigen Freiwilligendienst in der kleinen Gemeinde Subukia. Mit meinem Flug nach Kenia begann 2012 eine Reise, die mich tief prägte, bis heute Auswirkungen auf mein Leben hat und schließlich dazu führte, dass ich wenige Jahre später einen gemeinnützigen Verein gründete, um die Arbeit der Franziskaner weiterhin zu unterstützen. Die Franziskaner betreiben seit 1983 ihre Missionsstation in Subukia. Der Ort zählt zu einer der ärmsten Regionen Kenias und liegt mitten im Great Rift Valley. Subukia ist fast ausschließlich über unbefestigte Straßen erreichbar, was dazu führt, dass Waren mit großem Aufwand dorthin transportiert werden müssen. Die schlechte Anbindung verhindert außerdem, dass sich in der Region Firmen ansiedeln. Daher gibt es kaum Arbeitsplätze. Viele Menschen sind Kleinbauern. Sie ernähren ihre Familien durch die Nahrungsmittel, vor allem Mais, Spinat und Bohnen, die sie auf ihren Feldern anbauen. Anfangs wusste ich nicht, was in meinem Freiwilligendienst konkret auf mich zukommen würde. Erst schrittweise begann ich, mich auf die neuen Umstände vor Ort einzulassen und in Subukia etwas zu entdecken, was ich in Deutschland nur selten erleben durfte: die Herzlichkeit, Offenheit und positive Sichtweise der Menschen. Meine Motivation Bedingt durch die Arbeit meines Vaters in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, bin ich schon früh mit diesem Thema in Berührung gekommen. Ich fand schnell Freude am Umgang mit Menschen mit Einschränkungen. Auf der Suche nach einer TEXT UND FOTOS: Maren Herbert konkreten Aufgabe in Subukia war ich daher besonders vom »Small Home« angetan. Beim Small Home handelt es sich um ein Kinderheim, in dem rund 24 verwaiste und behinderte Kinder ein sicheres und herzliches Zuhause finden. Die Kinder werden liebevoll von fünf Frauen versorgt. Neben der täglichen Betreuung und Pflege schenken die Mitarbeiterinnen den Kindern vor allem Liebe und das Gefühl, etwas wert zu sein. Mich an der Betreuung und Förderung dieser Kinder zu beteiligen, war meine größte Motivation. In Subukia musste ich erleben, dass viele Menschen dem Thema Behinderung ablehnend gegenüberstehen. Die Akzeptanz von Kindern mit Behinderung ist in der kenianischen Gesellschaft nicht selbstverständlich. Anders als in Deutschland, gilt dort eine Behinderung immer noch als Strafe Gottes. Dieses Denken hat große Auswirkungen auf das Leben solcher Kinder Mein Name ist Maren und ich komme aus einem kleinen Dorf in Hessen. 2012 hatte ich das Abitur in der Tasche, und es war klar, dass ich mich vor meinem Studium in Form eines Freiwilligendienstes engagieren wollte. Da einige Jahre vorher bei einem Urlaub meine Faszination für den Kontinent Afrika geweckt worden war, stand schnell fest, dass ich für meinen Einsatz genau dorthin wollte. Langfristig engagiert Freiwilligendienst in Subukia, Kenia 24

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