Die spezialisierte pädagogische Betreuung ist ein zentrales Instrument, um betroffenen Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Schule, den Verbleib im Bildungssystem, die aktive Teilhabe am Unterricht und erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Die sogenannte spezialisierte pädagogische Betreuung (AEE, Atendimento Educacional Especializado) bedeutet eine Sonderpädagogik an brasilianischen Regelschulen, die Barrieren abbauen und Inklusion sichern soll. AEE dient als Ergänzung oder Erweiterung zum regulären Unterricht, ersetzt diesen jedoch nicht und findet außerhalb der Unterrichtszeit ab. Diese Art Angebot ist für drei Gruppen von Lernenden in den brasilianischen Schulen und sogar Universitäten gedacht: Schülerinnen und Schüler mit jeglicher Art von Behinderung, mit Autismus und mit Hochbegabung. An der Frei-Alberto-Schule geht es vor allem um Kinder mit Behinderungen und Autismus. Wir Lehrkräfte verstehen unsere Arbeit nicht nur als pädagogische Aufgabe, sondern auch als sozialen und christlichen Dienst. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die inklusive Bildung zu einem Grundprinzip des brasilianischen Bildungswesens entwickelt. Sie bekräftigt das Recht aller Schülerinnen und Schüler, gemeinsam in einer Schule zu lernen, die ihre individuellen Unterschiede, Fähigkeiten und besonderen Bedürfnisse achtet. Damit wendet sie sich gegen frühere ausgrenzende Modelle, in denen Menschen mit Behinderungen von der allgemeinen Bildung ausgeschlossen wurden. Das Ziel heute ist eine Schule, die menschliche Vielfalt als Bereicherung versteht und Chancengleichheit sowie eine gleichberechtigte Teilhabe aller Lernenden gewährleistet. Recht auf Teilhabe In Brasilien werden die Bildungsrechte von Menschen mit Behinderungen durch verschiedene gesetzliche Regelungen geschützt. Dazu gehören unter anderem die Bundesverfassung von 1988, das Gesetz über die Leitlinien und Grundlagen des nationalen Bildungswesens, das »Berenice-Piana«- Aus meiner Erfahrung an der Frei-Alberto-Schule im brasilianischen Bundesstaat Maranhão weiß ich, dass pädagogisches Handeln, das auf christlichen Werten beruht und sich der Inklusion verpflichtet, wesentlich zur ganzheitlichen Entwicklung von Schülerinnen und Schüler beiträgt. Es stärkt ihre Selbstständigkeit, ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihre Lebensqualität. Inklusion als gelebte Nächstenliebe Sonderpädagogische Erfahrungen aus Brasilien TEXT: Valéria Silva de Sousa | FOTOS: Frei-Alberto-Schule 26
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