Franziskaner Mission 3 | 2026

mit anderen Augen zu sehen. Und ich habe gelernt, Fragen nach Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung auch immer wieder in den Mittelpunkt schulischen Handels zu stellen – sowohl als besondere Bereicherung des Unterrichts als auch des Schulalltags. Unseren Schülerinnen und Schülern wird so ein Blick über den Tellerrand ermöglicht. Eine wesentliche Motivation für mein Engagement ist der christliche Glaube. Das christliche Menschenbild, nach dem jeder Mensch unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder Lebensbedingungen die gleiche Würde besitzt, prägt mein Verständnis von Bildung und Erziehung. Der Auftrag zur Nächstenliebe endet nicht an Landesgrenzen. Er fordert dazu heraus, Verantwortung für die Eine Welt zu übernehmen und junge Menschen zu befähigen, global zu denken und lokal zu handeln. Als Lehrer und Schulleiter war und ist es mir deshalb ein besonderes Anliegen, entwicklungspolitische Themen dauerhaft im Schulleben zu verankern. Schule soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Haltungen fördern. Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass ihr eigenes Handeln Auswirkungen auf andere Menschen und auf die Zukunft unserer Erde hat. Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit und verantwortungsvoller Konsum sind deshalb für mich über die Jahre wichtige Bestandteile der Bildungsarbeit geworden. Dabei geht es mir nicht darum, einfache Antworten zu geben. Sondern ich möchte Interesse wecken, Perspektivwechsel ermöglichen und zu verantwortlichem Handeln ermutigen. Projekte, Partnerschaften, Spendenaktionen oder die Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bieten hierfür wertvolle Anknüpfungspunkte. Meine persönlichen Erfahrungen sowie mein christlicher Glaube bilden bis heute das Fundament meines Engagements. Sie erinnern mich daran, dass Bildung immer auch dazu beitragen sollte, Brücken zwischen Menschen und Kulturen zu bauen. Als Schulleiter möchte ich dazu beitragen, dass unsere Schule ein Ort ist, an dem Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein gelebt werden. Und dass Schülerinnen und Schüler konkret Selbstwirksamkeit erfahren – im Bewusstsein, dass sie Teil einer gemeinsamen Welt sind. Der Autor Jörg Schürmann war Lehrer und Schulseelsorger am Gymnasium Petrinum und ist seit Oktober 2019 Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Recklinghausen. Besuch vom »Hope Theatre« aus Nairobi am Theodor-Heuss-Gymnasium Besuch der bolivianischen Gruppe »Los Masis« aus Sucre (Bolivien) Baumpflanktion von Franziskanerpater Hermann Borg 29

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