
Bruder Massimo Fusarelli, der Generalminister der Franziskaner in Rom, ruft die gesamte franziskanische Familie dazu auf, den Karfreitag 2026 (3. April) als gemeinsamen Tag des Gebets, des Fastens und der Buße für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit zu begehen. In seinem Schreiben vom 30. März betont er besonders die Verbundenheit mit Jerusalem, dem Heiligen Land und dem gesamten Nahen Osten.
Bruder Massimo lädt die Brüder, die Klarissen, alle franziskanischen Schwesterngemeinschaften und die Laien des Franziskanischen Dritten Ordens weltweit dazu ein, die Kartage bewusst „am Fuß des Kreuzes“ zu leben. Gerade der Karfreitag solle zu einem gemeinsamen geistlichen Zeichen werden: als Bitte an Gott um Frieden, als Solidarität mit den Leidenden und als Ausdruck der Hoffnung, dass Gewalt und Tod nicht das letzte Wort behalten, schreibt er in seinem Brief.
Seit Jahrhunderten Hüter der Heiligen Stätten
Besonders eindringlich richtet der Generalminister den Blick auf Jerusalem und das Heilige Land. Die Stadt des Friedens trage seit Langem das Gegenteil ihres Namens in sich, schreibt er. Die Lage im Heiligen Land und im gesamten Mittleren Osten erfülle ihn mit großer Sorge – nicht nur wegen des gegenwärtigen Leids, sondern auch wegen dessen, was diese Entwicklung für die Zukunft der Menschheit bedeute. Die Franziskaner seien dort seit sieben Jahrhunderten im Auftrag des Heiligen Stuhls als Hüter der heiligen Stätten präsent.
Bruder Massimo würdigt die Brüder der Kustodie des Heiligen Landes als Männer, die inmitten der Spannungen nicht lauter werden, sondern beharrlich den Weg der Versöhnung, des Dialogs und der Menschlichkeit suchen. Die Franziskaner nähmen, so der Generalminister, nicht Partei gegen jemanden, sondern für den Frieden und für die kleinen und schutzlosen Menschen, die unter den Logiken der Mächtigen leiden.
Die entwaffnete Waffe für jene, die keine Stimme haben
„Unsere entwaffnete Waffe ist das Gebet“, schreibt der Generalminister. Zum Gebet solle das Fasten hinzukommen – als bewusst gewählte Entbehrung und als Zeichen der Verbundenheit mit jenen, die alles verloren haben. Dazu komme die Umkehr: zu Worten des Friedens, zu Gesten der Versöhnung und zu mutigen Entscheidungen dort, wo Schweigen bequemer wäre. Zentral ist für Bruder Massimo der Aufruf, die Karwoche und besonders den Karfreitag als Tag der Hingabe und des Rufens zu Gott zu leben – für jene, die keine Stimme haben: für Kinder, Alte und für alle, die trotz allem an Frieden glauben.
Nicht alles lösen wollen, aber sich niemals abwenden
Der Blick gelte dabei nicht nur dem Heiligen Land. Der Generalminister nennt ausdrücklich auch die vielen anderen Konfliktherde in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa. Überall dort, wo Franziskaner und Franziskanerinnen leben, seien sie berufen, Sauerteig des Friedens zu sein: „Der Gekreuzigte verlangt von uns nicht, dass wir das lösen, was wir nicht lösen können. Der Gekreuzigte verlangt von uns, dass wir uns nicht abwenden.“