06.03.2026 Maximilian Feigl

Provinzbibliothek: Die Arbeiten des Franciscus de Mayronis

Bibliotheksblog Franciscus de Mayronis
Das 1498 in Basel gedruckte Buch mit den Werken des Franciscus de Mayronis wurde im rund 450 Kilometer entfernten Zisterzienserklosters Bildhausen gebunden. Der Einband ist im Original erhalten.

Unsere Provinzbibliothek berichtet in ihrem Blog regelmäßig von besonderen Büchern und unerwarteten Schätzen. Unter www.bibliothek.franziskaner.de gewähren der Provinzbibliothekar Pater Damian Bieger OFM und Historikerin und Kodikologin Dr. Sabine Buttinger einen Blick hinter die Kulissen der Bibliothek.


Franciscus de Mayronis († 1328) stammte aus der Provence, trat in den Franziskanerorden ein und studierte in Paris Theologie, wo er Schüler seines berühmten Ordensbruders Johannes Duns Scotus wurde. Franciscus selbst tat sich bald als so geistreicher Theologe und Philosoph hervor, dass er von seinen Zeitgenossen als „doctor acutus“ (scharfsinniger Lehrmeister) bezeichnet wurde. Eine Inkunabel in der Provinzbibliothek enthält eine Sammlung von Franciscus‘ kleineren Werken, seine Heiligenpredigten und verschiedene scholastische Abhandlungen, unter anderem über Taufe und Buße, über das Jüngste Gericht, über Magnificat und Pater Noster.

Das Werk wurde 1498 in Basel vom Buchdrucker Jakob Wolf herausgegeben, was zeigt, dass die Werke von de Mayronis auch noch über 150 Jahre nach seinem Tod Leser fanden. Die Jahrhunderte haben allerdings zahlreiche Spuren an dem Buch hinterlassen: Wurmfraß, Schmutz und gebrochene Rückengelenke sind nur einige davon. Wie das Werk seinen Weg in die Provinzbibliothek gefunden hat und wie es nun mit ihm weitergehen soll, erzählt der Bibliotheksblog.

Über die Provinzbibliothek

Die Deutsche Franziskanerprovinz hat sich beim Zusammengehen der vier Provinzen Bavaria, Colonia, Thuringia und Saxonia im Jahr 2010 dafür entschieden, dass sie in Deutschland zukünftig nur noch eine Provinzbibliothek am Standort in München betreiben wird.

Die Bibliothek im Münchner Franziskanerkloster St. Anna soll nun zum Erinnerungsspeicher für deutschsprachige franziskanische Literatur aus den verschiedenen Jahrhunderten werden. Deshalb wird nur noch in das Fach „Franciscana” neue Literatur aufgenommen. Sie beherbergt etwa 120.000 Bände, darunter gut 20.000 Bände Altbestand. Allerdings müssen viele der alten Bücher noch „gerettet” werden, damit sie wieder zugänglich werden. Der Zahn der Zeit hat gnadenlos genagt!


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