14 3/2025 IM LAND DES HERRN Und dann betrügt Jakob seinen etwas schwerfälligen Bruder noch um den damals wichtigen „Erstgeburtssegen“. Als Isaak, der Vater der beiden Brüder, alt, schwach und erblindet war, verkleidete sich Jakob (auf Anstiften seiner Mutter Rebekka) als Esau, indem er mit einem Ziegenfell dessen haarige Haut vortäuschte, und erschlich sich auf diese Weise den väterlichen Segen. – Der ungeschickte, aber in seinem Charakter sehr heftige Esau, war über diesen Betrug so wütend und hasserfüllt, dass er Jakob umzubringen beschloss. (Jakob floh vor dem Zorn seines Bruders ostwärts, nach Haran, ins nördliche Mesopotamien.) – Aber auch in der Strategie der Versöhnung war Jakob seinem Bruder überlegen. Es geling ihm (rund zwanzig Jahre später) mit Geschenken und freundlichen Worten, seinen aufgebrachten Zwillingsbruder zu beruhigen und von seinen Racheplänen abzubringen. Esau lebt in der Bibel weiter als Ahnherr der Edomiter, einem Volk das zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba wohnte. Wir hören in der folgenden Zeit von einem Krieg zwischen König Saul und Edom, auch von einer Eroberung Edoms durch König David, der es zu einem jüdischen Verwaltungsbezirk machte. Davids Sohn, König Salomo, heiratet Edomiterinnen. – Später dringen Edomiter beim Fall Jerusalems (im Jahre 587) in die Heilige Stadt ein und plündern sie aus. – Kurz gesagt: Edom, das Volk Esaus, wird immer mehr zum „Erbfeind Jerusalems“. Die feindlichen Brüder der Urzeit, Esau und Jakob, setzen ihren Konkurrenzkampf in ihren Nachkommen fort. – Aber wenden wir uns damit von Esau ab und richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Jakob, dessen Schicksal den biblischen Autoren mehr am Herzen liegt. Jakob, ein bedeutungsreicher Name Wer ein biblisches Lexikon aufschlägt, um sich über Jakob zu informieren, wird folgendes feststellen: Während Esau in den Hintergrund tritt, erstrahlt der Name „Jakob“ zunehmend in hellerem Licht. Jakob gilt als „untadeliger Mann“, als ein von Gott Erwählter, man nennt ihn „den Gerechten“. Seine Betrügereien werden als Erfüllung des göttlichen Heilsplanes gedeutet, so dass er im Neuen Testament (von der Samariterin, Joh 4,12) „unser Vater“ genannt werden kann. – Schließlich steigt der Name Jakob auf zur Gesamtbezeichnung des Volkes Israel: Die Juden verstehen sich als „Haus Jakob“, als „Söhne Jakobs“ oder „Stämme Jakobs“. Andere Bildworte für Israel sind „Geschlecht Jakobs“, „Weinberg Jakobs“ oder „Gemeinde Jakobs“. – Das Heilige Land heißt öfter „das Erbe Jakobs“, „der Stolz Jakobs“ oder „die Zelte Jakobs“. – Und schließlich dient der Name Jakob noch zur Kennzeichnung des jüdischen Gottes, der als der „Heilige Jakobs“, der „Starke Jakobs“, der „König Jakobs“ oder der „Herrscher in Jakob“ angesprochen Erschleichung des Erstgeburtsrechtes, Scala Santa Rom „Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ vgl. Mt 22.32 Altarbekrönung Stift Göttweig
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