3/2025 17 (eine Art Rampe), auf der sich der ganze Verkehr zwischen der himmlischen und irdischen Welt abspielte. Auf ihr gingen ständig Gottesboten hin und her, nicht nur um Gebete vor Gott zu tragen, sondern vor allem um göttliche Befehle auszuführen und die Erde zu überwachen. Jakob ist der Überzeugung, dass er genau an dieser besonderen Stelle der Welt geschlafen hat und im Traum in die jenseitige Sphäre hat blicken dürfen. Familiengründung in der Fremde In Haran verliebte sich Jakob sofort in seine Kusine Rahel, die Tochter seines Onkels Laban. An Stelle einer Brautgabe (die er nicht hatte), versprach er, sieben Jahre um das Mädchen zu dienen. – Bei diesem Geschäft fiel der kluge Jakob, der immer andere überlistet hatte, herein. Als sein Dienst um Rahel vorüber war und Jakob das geliebte Mädchen im Ehebett erwartete, führte ihm Laban seine ältere, weniger attraktive Tochter Lea zu. Jakob bemerkte den Betrug nicht, da Lea der damaligen Sitte gemäß das Brautgemach tiefverschleiert betrat. Jakob schlief mit Lea und war natürlich empört, als am nächsten Morgen die Wahrheit ans Licht kam. Laban reagierte kühl mit dem Hinweis, es sei in ihrem Volk nicht üblich, die jüngere Tochter vor der älteren zu verheiraten. Dann beruhigte er Jakob mit den Worten: „Verbring mit Lea noch die Brautwoche, dann soll dir auch Rahel gehören, allerdings nochmals um sieben Jahre Dienst.“ Jakob ging auf diesen Vorschlag ein und lebte von nun an mit beiden Frauen zusammen. Er liebte allerdings nur Rachel, um Lea kümmerte er sich wenig. Gott schuf jedoch zwischen den ungleichen Schwestern einen Ausgleich, indem er der hässlichen Lea große Fruchtbarkeit verlieh, die schöne Rahel aber ohne Nachkommen ließ. Von Lea hatte Jakob schließlich vier Söhne (Ruben, Simeon, Levi und Juda). Aber auch das weckte in ihm keine Zuneigung zu der von Anfang an ungeliebten Frau. – Die kinderlose Rahel nahm nun voll Eifersucht ihre Zuflucht zu einem Ritual, das wir schon kennen. Sie führte Jakob ihre Leibmagd Bilha zu, damit sie ihm an ihrer Stelle Kinder gebäre. Tatsächlich bekam Jakob von dieser Magd weitere zwei Söhne (Dan und Naftali). – Da Lea befürchtete, dass sie nach vier Geburten keine weiteren Kinder mehr zur Welt bringen würde, führte auch sie ihre Magd Silpa zu Jakob und er zeugte mit ihr Gad und Ascher. – Danach bekam Lea aber doch noch drei eigene Kinder, Issachar und Sebulon, sowie eine Tochter namens Dina. – Und jetzt endlich hörte Gott auf die heißen Gebete Rahels und schenkte auch ihr einen Sohn, nämlich Josef (den jeder Bibelleser als den „ägyptischen Josef“ kennt). – So wurden dem „Flüchtling Jakob“ in Haran elf Söhne und eine Tochter geboren. – Wir haben die Namen dieser Söhne (zu denen sich später noch „Benjamin“ gesellte, wieder ein Kind Rahels) deswegen genannt, weil sie für die Geschichte Israels sehr bedeutsam sind: Die Söhne Jakobs sind die Väter der „zwölf Stämme Israels“, die auch in der Theologie des Neuen Testamentes noch eine Franziskaner bei der Besichtigung der Ruinen eines byzantinischen Klosters in Beitin © Thomas Abrell Esau und Jakob Esau und Jakob
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