26 3/2025 Die Kirche St. Anna in Sepphoris Noel Muscat OFM ie antike Stadt Sepphoris, hebräisch Zippori, arabisch Saffurija, liegt ungefähr 6 km nordwestlich von Nazaret in Galiläa. Sie wurde auf einem Hügel, 286 m über Meereshöhe, errichtet und blickt über das Tal von Netofa. Sie ist einer der wichtigsten archäologischen Stätten in Israel, mit Resten aus der hellenistischen, römischen, byzantinischen, islamischen, Kreuzfahrer- und ottomanischen Zeit. In der römischen Zeit hieß der Ort Diocäsarea und war die administrative Hauptstadt von Galiläa bis ins Jahr 23 n. Chr., als diese nach Tiberias verlegt wurde. Nach dem Bar-Kochba-Aufstand im Jahr 135 blieben in Sepphoris viele Juden, mehrere wichtige Rabbiner schufen dort ein religiöses und kulturelles jüdisches Zentrum, wovon die Reste der Synagoge Zeugnis ablegen. Ab dem 5. Jahrhundert wurde die Stadt kosmopolitischer, es gab dort auch eine christliche Gemeinschaft mit einem Bischof an der Spitze. Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius bezeichnete Sepphoris als „die Perle Galiläas“. Schon seit alter Zeit wurde Sepphoris angesehen als der Ort, wo Maria, die Mutter Jesu, und ihre Eltern Joachim und Anna lebten. Deren Namen sind im apokryphen „Proto-Evangelium des Jakobus“ genannt. Diese Schrift nennt allerdings als Wohnort der Eltern Marias Jerusalem, unweit vom Tempel, wo heute die Kreuzfahrerkirche St. Anna steht und als Geburtsort Mariens verehrt wird. Dieser Beitrag will nicht das ganze ausgedehnte Ausgrabungsareal von Sepphoris beschreiben (dieses wird im nächsten Artikel getan), sondern widmet sich einem Teil davon, außerhalb des Zentrums, am nordwestlichen Hang gelegen. Dort erwarb die Kustodie des Heiligen Landes 1841 die Ruinen der Kreuzfahrerkirche, die der hl. Anna geweiht ist. Sepphoris in der Kreuzfahrerzeit Die Kreuzfahrer konnten die Stadt, strategisch wichtig auf einem Hügel und an der Hauptstraße von Akko nach Nazaret, erst 1126, unter König Balduin II., unter ihre Herrschaft bringen. Trotz ihrer militärischen Bedeutung haben wir von den Chronisten jener Zeit nur wenige Information D Römisches Straßenpflaster mit Spurrinnen in Sepphoris Kreuzfahrerturm (Zitadelle)
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