2/2026 11 immer deutlicher an: Simson kann das Gerede und Betteln Delilas eines Tages nicht mehr ertragen und verrät ihr sein Geheimnis: „Meine Kraft beruht darauf, dass mir noch nie ein Schermesser an die Haare gekommen ist, denn ich bin von Geburt an meinem Gott geweiht!“ – Delila erkennt instinktiv, dass dies der springende Punkt ist. Sie schneidet dem schlafenden Simson sieben Locken ab, ruft die Philister herbei, und Simson, der noch immer an seine angeborene Kraft glaubt, muss feststellen, heute sind meine Feinde stärker als ich. Er wird überwältigt, man sticht ihm beide Augen aus, führt ihn nach Gaza hinab, fesselt ihn mit Bronzeketten und zwingt ihn, wie ein Sklave die Mühle zu drehen. – Ein Ende mit Schrecken (möchte man denken). Ein Absturz in körperliche und seelische Dunkelheit und Schwäche! Aber der biblische Erzähler (der ein Meistererzähler ist!) fügt dem Ende der Episode einen Nebensatz hinzu, der wie beiläufig klingt, aber Hoffnung weckt. Er sagt: „Das Haar des gedemütigten Simson, das man ihm abgeschnitten hatte, fing wieder an zu wachsen“ (vgl. Ri 16,22). Tod und Triumph Simsons Es ist zu erwarten, dass in unserer Erzählung zunächst der Sieger dargestellt wird. Tatsächlich feiern die erfolgreichen Philister ein Siegesfest, und sie sind fromm genug, ihren Erfolg dem Walten des Himmels zuzuschreiben. Sie preisen ihren Gott Dagon als den eigentlichen Überwinder Simsons. – Es geht ihnen allerdings nicht nur um die „Ehre Gottes“, sie wollen sich auch selber feiern, anders gesagt: sie wollen für ihre Tüchtigkeit und Tapferkeit ein bisschen Spaß mit dem einst gefürchteten Gegner haben. So lassen sie auf dem Höhepunkt ihres Festes den gefangenen Simson herbeibringen, um ihn zu necken und auszulachen. – Aber Gott stand schon vor rd. 3000 Jahren nicht auf Seiten der Sieger, die foltern und beschämen (denken wir an Vorkommnisse aus unseren Tragen im Nahen Osten!). Und so verzieh Gott seinem Diener Simson, dass er seine „Weihe“ verraten und sein Haar hatte schneiden lassen. Simson, der noch immer gläubig war, hatte nämlich im Augenblick seiner tiefsten Erniedrigung gebetet: „O Gott, ich bin hier und heute für diese Menschen eine Spottfigur. Aber ich hoffe noch immer auf dich. Bitte, gib mir noch dieses eine Mal die Kraft, das zu tun, wonach es mich drängt. Lass mich wenigsten für eines meiner Augen an meinem Feinde Rache nehmen!“ – Und der biblische Text sagt: „Simson packte in diesem Augenblick die beiden Mittelsäulen, von denen das Haus getragen wurde, in dem die Philister feierten. Er stemmte sich gegen sie, gegen die eine mit der rechten Hand, gegen die andere mit der linken. Dabei sagte er sich: So mag ich denn zusammen mit den Philistern sterben. Er streckte sich mit aller Kraft, und das Haus stürzte über den Fürsten und über allen Leuten, die darin waren, zusammen. So war die Zahl derer, die Simson bei seinem Tod tötete, größer als die, die er während seines Lebens getötet hatte“ (Ri 16,30). Delila schneidet Simson die Haare ab, Richter 16,19 Pfarrkirche Altenerding Oberbayern Jiftach und Simson Jiftach und Simson
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