2/2026 17 sehen wurde. Der größere Teil der Gruppe blieb am Westufer; in der Folgezeit wurde mit einem kleinen Motorboot das Transportproblem gelöst. Daraus entwickelte sich nach und nach eine kleine „Flotte“. Es war ein hartes, entbehrungsreiches Leben, was die zum großen Teil männlichen Bewohner auf sich nahmen: Ostwinde tragen trockenen Staub ans Ufer, es gab noch keine nennenswerte Vegetation und natürlich keinen elektrischen Strom: ein lärmender Generator lief Tag und Nacht und die Bewohner wachten erschreckt auf, wenn dieses Geräusch einmal verstummte. Man begann mit dem mühsamen Roden des Landes und dem Wegräumen der verstreuten Basaltblöcke. Um wenigstens eine kleine Einnahmequelle zu haben, lud man den Ufersand in Säcke und brachte ihn mit Booten hinüber nach Tiberias, um ihn als Bausand zu verkaufen. Auch das war nur stundenweise und meist am Vormittag möglich, denn am ansonsten ruhigen See gibt es am Nachmittag oft Fallwinde aus dem Golan herab – erinnern wir uns an die Evangelien vom Sturm auf dem See – und diese brachten die unzulänglichen Boote zum Kentern. Auch das Roden der Gegend war eine mühsame Arbeit, die dazu noch bewacht werden musste: Arabische Banden griffen die Arbeiter an, die beiden ersten Opfer waren zwei junge Männer aus Österreich, die an Ort und Stelle begraben wurden – daraus entstand der heutige Kibbuzfriedhof. Einer der Gründer des Kibbuz soll namentlich genannt werden: Teddy Kollek, später viele Jahre Bürgermeister von Jerusalem. Kollek zeichnete sich aus durch gute Englisch-Kenntnisse sowie ein gutes Verhandlungsgeschick mit den damaligen britischen Behörden. Das Verhältnis zu den arabischen Nachbarn besserte sich mit der Zeit und die meist armen Fellachen (Bauern) der Gegend zogen zu Fuß oder auf Eseln zum Kibbuz, um sich behandeln zu lassen. Bezahlt wurde mit Lebensmitteln – eine willkommene Hilfe für die damaligen Bewohner. 1940 war es dann endlich soweit, dass alle Kibbuzmitglieder in Ein Gev einziehen konnten und so kamen dann Frauen und Kinder in die Siedlung, die zuvor eher ein Stützpunkt war. Die Landwirtschaft entwickelte sich nur langsam und war vor allem geprägt vom BananenAnbau. Dazu eignet sich die Lage am See, denn der Anbau ist sehr wasserintensiv. Die meisten Heilig-Land-Pilger erinnern sich sicher an die riesigen Zelte auf beiden Seiten des Sees, in denen die Bananenstauden vor der hohen Verdunstung geschützt werden. 1940 waren es erst drei Tonnen Bananen, die geerntet werden konnten – heute sind es tausende Tonnen. Die lokalen Bananen sind wesentlich kleiner, als Kibbuz Ein Gev Kibbuz Ein Gev Junge Bananenstauden und Dattelpalme mit reifen Früchten
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