Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-2

18 2/2026 die bei uns angebotenen, aber auch wesentlich aromatischer! Nicht nur in Ein Gev, auch in den anderen Restaurants um den See herum, werden den Besuchern fast immer auch Datteln als Nachspeise angeboten. Im Kibbuz wurde schon bald mit dem Anbau von Dattelpalmen begonnen, aber es dauerte sieben lange Jahre, bis die erste bescheidene Ernte eingebracht werden konnte. Im Fischrestaurant von Ein Gev werden Datteln frisch, oder wie wir es kennen, getrocknet gereicht. Man kann Datteln auch einfrieren – in den Klöstern der Kustodie ist das üblich, wenn die Mitbrüder große Mengen vom See oder aus Jericho schicken; sie verlieren dann ihre frische rote Farbe, aber nichts von ihrer Süße. In Ein Gev wurde mir einmal bei einem Besuch mit einer Pilgergruppe Dattelkuchen angeboten – durch die orientalischen Gewürze schmeckte er etwas weihnachtlich und einen Diabetiker hätte man damit umbringen können. Dass die Bedingungen für den Anbau von Datteln hier am See geradezu ideal sind, verrät das arabische Sprichwort: Die Palme will ihre Füße im Wasser, ihr Haupt jedoch im Feuer des Himmels baden. Auch in den folgenden Jahren gab es für den jungen Kibbuz verschiedenste Schwierigkeiten zu überwinden: erst langsam lösten feste Häuser die Zelte und Holzhütten ab und eine ernste Typhusseuche erreichte den Kibbuz im Jahre 1942. Auch in den Jahren bis zur israelischen Staatsgründung musste der Kibbuz sich ständig gegen syrische Angriffe wehren. Mit den sich langsam verbessernden Lebensverhältnissen entstand im Kibbuz ein Kulturleben, beginnend mit Erholungsaufenthalten von Mitgliedern des Israelischen Philharmonischen Orchesters. Bis an das andere Ufer wurden die abendlichen Spieleabende bekannt und so bekam das kleine Motorboot, welches die täglichen Transporte nach Ein Gev besorgte, am Abend eine zweite Funktion: Musikfreunde aus Tiberias ließen sich am Abend zu den Darbietungen über den See bringen. Daraus entstand in den nächsten Jahren dann ein bekanntes MusikSommer-Festival. Tourismus in Ein Gev Für die musikalischen Veranstaltungen wurde bald ein Konzertsaal gebaut und so manche der im Anfang spärlichen Gäste wollten dann auch am Tage Ein Gev besuchen und wurden zunächst im Speisesaal des Kibbuz gratis versorgt. Später errichtete man einen kleinen Kiosk bei der Anlagestation und konnte so die ersten Gäste versorgen. So entstand nach und nach der heute wichtigste Wirtschaftszweig: der Tourismus. Bei der Zufahrt zum Kibbuz fallen dem Besucher natürlich noch die großen Offenställe zur Rinderzucht auf, doch viel bedeutender sind das täglich gut besuchte Fischrestaurant, das südliche große Feriendorf, die Konzerthalle, die Fischverarbeitung und nicht zuletzt die Bootsfahrt. Eine Straußenfarm und – wie so oft in Kubuzzen üblich – eine Hühnerzucht gehören zu En Gev. Wenden wir uns dem Fisch am See Gennesaret zu und wir wollen wieder Johannes Fahrngruber zu Wort kommen lassen, wenn er in Woehrls Darstellung einer Dattelpalme an der Front der Synagoge von Kaparnaum IM LAND DES HERRN

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