2/2026 21 Kibbuz Ein Gev Kibbuz Ein Gev E in kurzer Exkurs zur Dattel im religiösen Rahmen: im Islam hat die Dattel eine große Bedeutung, soll doch Mohammed sein Fasten mit Datteln und Wasser gebrochen haben. In Jerusalem kann man beobachten, dass, wenn am Abend die Kanone in der Nähe des Damaskustores abgefeuert wird und damit das Zeichen zum Fastenbrechen gibt, Muslime in die Tasche greifen um sofort drei (es soll immer eine ungerade Anzahl sein) Datteln zu essen. Der Hintergrund ist auch praktischer Natur: die Frucht liefert Energie, Vitamine, Mineralstoffe, bringt den Blutzuckerspiegel wieder hoch und beruhigt den Magen. Sehr bekannt und weit verbreitet ist das Ostergebäck der Christen, welches in Form und Inhalt Verbindung zur Passion Christi aufnimmt. Ich beziehe mich hier auf die Gegend von Jerusalem und Ramallah, auch wenn gerade im gebirgigen Klima der Stadt Jerusalem die Datteln nicht zur Reife kommen. Titus Tobler bemerkte in seinem Buch Denkblätter aus Jerusalem im Jahre 1853 für Jerusalem: „Wenn ich mich recht erinnere, so trägt die Palme keine reife Früchte…“ Trotzdem: „Dattelpalmen zählte ich innerhalb der Stadtmauern von Jerusalem über dreißig…“ Datteln wurden nach Tobler getrocknet aus Ägypten eingeführt und natürlich frisch aus Jericho – so wie es heute noch geschieht. Für die christliche Bevölkerung und Pilger kommen auch die für die Osterfeierlichkeiten notwendigen Palmzweige aus Jericho, wo nach dem vorher genannten arabischen Sprichwort die besten Bedingungen für Palmen herrschen. Nun endlich kommen wir zum Ostergebäck, welches fast ausschließlich in den Familien hergestellt wird: Mamoul ist hier der Oberbegriff und bezeichnet die kleinen Plätzchen, die die Form einer Dornenkrone haben und Nüsse und Datteln enthalten. Man beachte jedoch: Mamoul gibt es auch im arabischen Suk das ganze Jahr über zu kaufen, aber in einfacherer Form und oft auch „modisch“ mit einer Mandel oder Nuss verziert. Die Christen kennen dann auch noch „Ka ak“ oder „Ka ak Mamoul“ – der gleiche Teig wird in Form eines runden Schwammes geformt, in Erinnerung des Schwammes, mit dem Christus am Kreuz mit Essig getränkt wurde. Diese beiden Gebäckarten werden, wie schon gesagt, meist in Familien hergestellt und brauchen auch eine gewisse Vorbereitung am Vortag des Backens und kleine Holzmodel. Viel, viel einfacher dagegen sind die „Osternester“: im Hefeteig wird ein gekochtes, farbiges Ei eingesetzt. Im Bild ist hier der moslemische Bäcker, der einen idealen Standort unterhalb des Klosters St. Salvator hat und so auf dem Weg zur Grabeskirche seine Kunden findet. Ich kann mich gut erinnern an sein freundliches Wesen, aber er hat abgewartet, bis alle Osterfeierlichkeiten zu Ende waren, ehe er uns Franziskanern dann auch mal ein solches Gebäckstück geschenkt hat. Der Hefeteig war dann nur noch eingeweicht genießbar. Mamoul oder Ka’ak Mamoul, in Form einer Dornenkrone bzw. eines Schwammes © Eli Hajjar Verkauf der Osternester in einer Bäckerei bei St. Salvator, Jerusalem
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