Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-2

24 2/2026 IM LAND DES HERRN Gadara (Umm Qais) in Jordanien: Ansicht der byzantinischen Basilika, links erscheint der See Gennesaret sie sich. Die es gesehen hatten, berichteten ihnen, wie es mit dem Besessenen und den Schweinen geschehen war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen. Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, dass er bei ihm sein dürfe. (Mk 5,1–18) Matthäus macht die Ortsangabe „das Gebiet der Gadarener“ (Mt 8,28) wohl deshalb, weil ihm Gerasa denn doch als zu weit vom See entfernt vorkam; Gadara dagegen lag nur 17 km weiter südlich, im heutigen Jordanien, Gerasa etwa 70 km weiter. Möglicherweise wollten aber beide Evangelisten ihren Lesern eine einigermaßen bekannte Stadt als Anhaltspunkt nennen. Wie immer die unterschiedlichen Ortsangaben der Evangelisten bewertet werden mögen, die Örtlichkeit hier in Kursi entspricht ausgezeichnet den Voraussetzungen der biblischen Erzählung: Das Ostufer des Sees gehörte zur heidnischen Dekapolis (Zehnstädtebund), so dass hier auch die Schweineherde nicht aus dem Rahmen fällt, die es in jüdischem Gebiet nicht gegeben hätte. So ist es fast gewiss, dass die Kirche von Kursi und die dazugehörigen Gebäude der Erinnerung an Jesu wundermächtiges Wirken hier im heidnischen Ostjordanland gewidmet waren. Bereits zu Origenes’ Zeiten (3. Jh. n. Chr.) wurde der Abhang gezeigt, den sich die Schweine hinunterstürzten. Am Abhang südöstlich dieses Komplexes wurde, über Stufen erreichbar, eine Kapelle gefunden, die in der gleichen Zeit wie der Klosterkomplex entstand. Sie ist geostet in den Hang hineingebaut, was einige Anstrengung erforderte. In ihr wurde wohl die Wohnhöhle des geheilten Besessenen gesehen. Drei Mosaikschichten übereinander weisen auf Renovierungen hin. Darstellung in St. Georg, Paralimni, Zypern

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