Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-2

2/2026 25 Die Holzschuherkapelle und der Kreuzweg Adam Krafts in Nürnberg Petrus Schüler OFM ie beiden historischen, innerstädtischen Friedhöfe in Nürnberg, das sind der Rochusfriedhof und der Johannisfriedhof, sind seit Jahrhunderten ohne Unterbrechung die Begräbnisplätze der Stadtbevölkerung. Beide Kirchhöfe liegen nahe der Historischen Altstadt im Innenstadtring und sind kleine, sehenswerte Oasen inmitten einer pulsierenden Großstadt. Der Johannesfriedhof hat seinen Ursprung in der Mitte des 13. Jahrhunderts in einem Hospital für Lepra- und Pestkranke mit Begräbnisplatz. Die dazugehörende Kapelle entwickelte sich zur heutigen Johanneskirche, heute eine Nebenkirche der Friedenskirche, in der regelmäßig lutherische Gottesdienste gefeiert werden. Wurden in Nürnberg im ausgehenden Mittelalter noch hauptsächlich die Kirchhöfe um die Pfarrkirchen benutzt (St. Sebald, St. Lorenz), versuchte der Stadtrat die Bestattungen „hinaus“ auf den Rochus- und den Johannesfriedhof zu verlagern. Ab 1520 wurde das die Regel – eine Regel, die die Bürger nicht begeisterte. Der Kreuzweg Die vermögende Stadt Nürnberg konnte es sich leisten, für diesen entscheidenden Wechsel der Begräbniskultur, einen Kreuzweg zu errichten: Die Verstorbenen wurden auf einem der Via Dolorosa nachempfundenen Weg aus der Stadt hinausgebracht zum D Holzschuherkapelle auf dem Johannisfriedhof

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