Im Land des Herrn | 80. Jahrgang | 2026-2

2/2026 9 Gottesoffenbarung gewürdigt wurden (sie ahnen, dass der „Engel des Herrn“ mit Gott selbst identisch ist). So sind sie verstört und zugleich stolz und zuversichtlich. Sie erziehen ihr Kind in der Furcht Gottes und warten darauf, was Gott durch dieses Kind wirken wird. Heirat einer Philisterin Zunächst macht der heranwachsende Simson seinen Eltern Kummer. Bei einem Besuch in der Philisterstadt Timna verliebt er sich heftig in eine junge Frau aus dem feindlichen Volk (deren Namen wir nicht erfahren). Von seiner Familie erbittet er energisch die Erlaubnis, diese attraktive „Heidin“ heiraten zu dürfen. Die Eltern sind bestürzt und machen Einwände: „Gibt es denn unter den Töchtern deiner Stammesbrüder keine schönen Frauen? Musst du unbedingt eine Frau von diesen unbeschnittenen Philistern heiraten?“ – Aber Simson ist hartnäckig und bleibt dabei: „Gebt mir diese, denn sie gefällt mir!“ – Die Eltern begleiten ihren Sohn zum Wohnort der Braut und bei diesem Ausflug wird Simson von einem brüllenden, jungen Löwen angefallen. Da kommt der „Geist des Herrn“ über ihn und Simson gibt die erste Probe seiner übermenschlichen Kraft. Er zerreißt den Löwen mit bloßen Händen „als würde er ein Böckchen zerreißen“ (Ri 14,6). – Im Haus seines künftigen Schwiegervaters veranstaltet Simson dann ein Trinkgelage, bei dem 30 Philister anwesend sind, die ein kritisches Auge auf den starken Fremden haben, dem keiner so recht trauen mag. Es kommt zu einer Wette und zu einem Streit, den Simson für sich entscheidet, in dem er in der nahegelegenen Stadt Aschkelon 30 Männer erschlägt, um deren Kleider als Preis für die Wette zu zahlen, die er durch die List seiner Frau verloren hat (diesem Motiv der Frauenlist werden wir bald noch einmal begegnen). Vernichtung der Ernte Die Beziehung zu den Philistern, in die Simson durch seine Heirat getreten ist, trägt nicht (wie das ein moderner Leser vielleicht erwartet) zur Verständigung oder Verbrüderung zwischen Juden und „Heiden“ bei, sondern gibt dem jüdischen Helden Gelegenheit, immer wieder Streit mit den Philistern anzufangen und ihnen dabei böse Streiche zu spielen. – Eines Tages, zur Zeit der Weizenernte, suchte Simson das Haus seines Schwiegervaters auf und bat ihn: Lass mich zu meiner Frau in die Kammer! – Da stellte sich heraus, dass der Vater die Frau einem anderen Mann gegeben hatte, weil er glaubte, Simson habe das Interesse an ihr verloren. Als Ersatz bot er Simson eine jüngere Tochter an mit den Worten: „Nimm sie! Sie ist schöner als die andere!“ – Simson war darüber so erbost, dass er einen Jiftach und Simson Jiftach und Simson Simson im Kampf mit dem Löwen, Chorwange im Dom Hl. Kreuz, Nordhausen

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