Der franziskanische Wegbegleiter | Herbst 2025 gottes ebenbild wir sind ein gedanke gottes der selber denken kann ein wort gottes das für sich selber sprechen darf ein abbild gottes das sich selbst zu malen vermag ein wille gottes der selber wollen will eine leidenschaft gottes die selber leiden muss ein liebling gottes der selbst zu lieben liebt Aus: Andreas Knapp, ganz knapp, Gedichte an der Schwelle zu Gott, S. 71, Echter Verlag, 2024. Mit freundlicher Abdruckgenehmigung des Echter-Verlags. Ein Wechselspiel von Begriffen: wie Gott uns sieht – und was wir daraus machen. Was wir Menschen sind – Gedanke, Wort, Abbild, Wille, Leidenschaft und Liebling –, wird zunächst formuliert aus der Perspektive Gottes. Er ist Handelnder. Er schafft uns. Und aus dem heraus, wie er uns sieht und macht, schafft er die Möglichkeit, dass wir diese Bewegung aufgreifen und weiterentwickeln. Menschsein erhält in diesem kleinen Gedicht die Chance, SELBST zu werden: selbst zu denken, zu sprechen, zu malen, zu wollen, zu leiden und zu lieben. Diese Aufgabe aber muss ergriffen werden; sie erfüllt sich dort, wo der Mensch sein Leben aktiv gestaltet. Das Gottesbild, das hier zugrunde liegt, ist: Ermöglicher zu sein. Uns freizusetzen, das Leben in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Als sein Ebenbild.
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