Franziskaner - Herbst 2025

Der franziskanische Wegbegleiter | Herbst 2025 Da ist er wieder, der rote Faden! Da ist er wieder, der rote Faden! Wir haben gedacht, der Zufall habe die Dinge zueinander gefügt. Wir sagen: Es kam, wie es kam! und denken nicht weiter nach. Aber wenn wir zurückblicken, fragen wir uns, warum. Zusammenhänge werden sichtbar, die Menschen, die wiederkehrenden Gedanken, sie alle wirken wie der Ausdruck eines Musters. Am Ende liegt es an und in uns, ob wir den roten Faden erkennen und uns an ihm ins Leben ziehen, oder ob wir unser Leben als Chaos in dem noch größeren Chaos der Welt sehen. Hinter unseren Augen beginnt, was wir mit unseren Augen sehen und sehen wollen. Aus: Ulrich Schaffer, rot, das Leben lieben., S. 14, Ed. Schaffer im kreuz-Verlag, 1998. Mit freundlicher Genehmigung der Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Breisgau. Geht es Ihnen nicht auch so? Wir schauen auf die Puzzlestücke unseres Lebens und fragen uns, wie das alles zusammengehört und warum es so ist, wie es ist. Was ist der rote Faden meines Lebens? Eine Frage, die uns zeitlebens begleitet. Der rote Faden wird zum Synonym für das Ganze. Für die Sinnhaftigkeit und Richtigkeit der einzelnen Zeiten, Etappen, Begegnungen, Entscheidungen und Ereignisse. Die Frage drängt sich auf: Hat Gott da seine Finger mit im Spiel? Oder ein anderer, den wir nicht zu benennen wissen? Der Zufall? Das Schicksal? Die Fügung? Dem kölschen »Et kütt, wie et kütt« haftet Zufälliges an, es verweist nicht zwangsläufig auf den roten Faden. Bei genauerer Betrachtung erahnen wir, dass es ihn gibt, dass es sich fügt, wie nach einem Plan, den wir (noch) nicht erkennen. Ulrich Schaffer formuliert überraschend: »ob wir uns an ihm ins Leben ziehen«. Damit bekommt der rote Faden nicht nur rückblickend eine Bedeutung, sondern er hält uns auch die Chance hin, ihn auf Zukunft hin zu ergreifen. Mit Blick auf Ihr persönliches Leben – erkennen Sie den roten Faden? Und: Ergreifen Sie ihn?

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