27 FRANZISKANER 3|2025 Hoffnung, Zuversicht und Zukunft Bericht vom Provinzkapitel 2025 In diesem Jahr war es wieder so weit. Alle drei Jahre treffen sich die Brüder der Deutschen Franziskanerprovinz zum Provinzkapitel. Es wurde mit rund 65 beteiligten Brüdern in zwei Teilen vom 31. März bis zum 3. April in Vierzehnheiligen und vom 9. bis zum 13. Juni 2025 in Ohrbeck begangen. Beim Provinzkapitel werden die Leitungsverantwortlichen bestimmt. Der Provinzialminister Br. Markus Fuhrmann, Leiter der Ordensprovinz, und der Provinzialvikar Br. Stefan Federbusch als sein Stellvertreter wurden bereits 2022 auf sechs Jahre gewählt. Somit stand bei diesem Provinzkapitel lediglich die Wahl der vier Definitoren an, die für drei Jahre gemeinsam mit den Erstgenannten die Provinzleitung bilden. Die Brüder Thomas Ferencik, Martin Lütticke und Maximilian Wagner wurden als Definitoren wiedergewählt. Neu hinzugekommen ist Br. Johannes-Baptist Freyer. Am Beginn eines jeden Provinzkapitels berichtet der Provinzialminister über das Leben in der Provinz in den vergangenen drei Jahren und gibt Anregungen für die Zukunft. Ähnlich informiert der Provinzökonom über die finanzielle Situation der Provinz und verwaltungstechnische Belange. Hinzu kommen rund dreißig Berichte aus den verschiedenen Einrichtungen und Werken der Provinz sowie die Anträge, die die Provinzleitung oder einzelne Brüder einbringen. Aktuelle Herausforderungen bilden die Strukturplanungen der Provinz, die verstärkte Kooperation mit unserer Nachbarprovinz der Niederlande und Belgien-Flandern sowie die Frage nach internationalen Kommunitäten, in denen Brüder aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenleben. Ebenfalls sehr intensiv beschäftigten sich die Kapitulare mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in den vergangenen Jahrzehnten. Ende des Jahres wird dazu eine wissenschaftliche Studie des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) erscheinen. Die Mitarbeitenden des Instituts gaben einen ersten Zwischenbericht, und Generaldefinitor Albert Schmucki informierte über »Reaktionsmuster im Umfeld sexualisierter Gewalt« und die Situation im Weltorden. Freuen können wir uns über die Bewegung »Vivere«. In ihr organisieren sich seit zehn Jahren franziskanisch inspirierte Menschen, die ihr Christsein im Alltag zu leben versuchen. Andrea und Dieter Bruns sowie Ursula Möller informierten uns über die Entwicklung. Eine besondere spirituelle Erfahrung bot der Ausflug zur Kommende Lage (circa 30 Kilometer nördlich von Osnabrück), die von den Franziskaner-Minoriten betreut wird. An diesem Wallfahrtsort wird ein besonders verehrtes Kreuz in mehreren Runden um die Kirche getragen, um in persönlichen Anliegen zu beten, zum Beispiel im Fall der Erkrankung von Nachbarn. Nachdem wir etwas über die Geschichte des Ortes erfahren hatten, setzten auch wir diese spirituelle Form des Kreuztragens in die Praxis um. Wie Hoffnung auch in unserer Zeit aus franziskanisch- klarianischer Perspektive gelebt werden kann, verdeutlichte Dr. Martina Kreidler-Kos in ihrem spirituellen Impulsvortrag zu Beginn des zweiten Kapitelsteils. Dazu entfaltete sie fünf Stichworte aus dem Leben von Franziskus und von Klara: Geduld, Konfrontation, Dank, gegenseitige Hilfe und Gebet. Eine praktische Idee in Anlehnung an das »Heilige Jahr 2025« gab es in der Gestaltung der Einstiegs- und Abschlussliturgie des ersten Kapitelsteils: Eine »Heilige Pforte« in Form eines TAU-Kreuzes, auf dem die Begriffe Hoffnung, Zuversicht und Zukunft standen. Durch diese Segenspforte haben wir mehrmals täglich unseren Tagungssaal betreten und sind am Ende durch sie wieder in die Welt gesandt worden. Hoffnung, Zuversicht und Zukunft wollen wir miteinander und mit Ihnen teilen. Stefan Federbusch OFM Die Provinzleitung für das Triennium 2025 bis 2028 (v.l.n.r.): Martin Lütticke, Johannes-Baptist Freyer, Maximilian Wagner, Markus Fuhrmann, Stefan Federbusch und Thomas Ferencik
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