34 FRANZISKANER 1|2026 Jakoba war 16 Jahre alt und ging auf eine katholische Schule im Kreis Leverkusen, als ein Lehrer sie auf eine Ausschreibung der Olper Franziskanerinnen aufmerksam machte. Diese feierten das 150-jährige Ordensjubiläum ihrer Gemeinschaft und hatten sich dafür eine besondere Aktion ausgedacht: Es wurden Mädchen gesucht, die an einer zweiwöchigen Reise in die verschiedenen Ordensprovinzen der Franziskanerinnen teilnehmen wollten – nach Brasilien, auf die Philippinen und in die USA. Begleitet jeweils von einer Ordensschwester und einer Journalistin sollten diese jungen Frauen die Geschichte und das Wirken des Ordens weltweit kennenlernen und als Korrespondentinnen darüber berichten. Für Jakoba hatte das einen besonderen Reiz, denn außerhalb Europas war sie noch nie verreist. Und katholische Ordensschwestern waren ihr bereits vertraut, kannte sie doch die Olper Schwestern aus ihrer Kindheit in ihrer Gemeinde. Sie bewarb sich und hatte Glück. Sie wurde aus einer Vielzahl von Bewerberinnen ausgesucht und durfte in die USA, nach Mishawaka im Bundesstaat Indiana, reisen und dort zwei Wochen lang das Mutterhaus der Franziskanerinnen besuchen. Jakoba durfte die Projekte des Ordens kennenlernen und erleben, wie die Schwestern leben, beten und arbeiten. Die jungen Schwestern der Ordensprovinz in Amerika – neugierig auf den Besuch aus Deutschland – erzählten bereitwillig ihre Geschichten, was sie an den Franziskanerinnen toll fanden und warum sie Schwestern wurden. Dies war für Jakoba eine neue Erfahrung, kannte sie Ordensschwestern von zu Hause doch bisher nur als ältere Frauen. Sie war wahnsinnig beeindruckt von diesem »Lebensentwurf Kloster«, den sie bisher für sich selbst nicht auf dem Schirm hatte. Wie ein Schwamm sog sie die neuen Eindrücke auf. Auf die Idee, selbst Schwester zu werden, kam sie damals aber noch nicht sofort. Auch als sie zurück in Deutschland den Kontakt zu den Olper Franziskanerinnen Eine Berufung zum Ordensleben gewinnt man nicht in der Lotterie … … Eigentlich jakobe zöll : © besim mazhiqi – erzbistum paderborn
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