Franziskaner - Frühling 2025

37 FRANZISKANER 1|2026 Kerstin Beimdiek Gesprächsführung; Der alte Mensch in Einrichtungen der Altenpflege; Werkwochen für Soldaten der Bundeswehr. Die Franziskaner ändern 1971 jedoch nicht nur die inhaltliche Arbeit ihres Hauses, sondern geben ihm auch einen neuen Namen: Haus Ohrbeck – das ist sichtbarer Ausdruck der gewachsenen Zugehörigkeit und Verbundenheit mit dem Ort und den Menschen. Am Puls der Zeit: Haus Ohrbeck platzt aus allen Nähten 1973, nur drei Jahre nach der Eröffnung, nehmen knapp 12.000 Menschen an den Veranstaltungen in Haus Ohrbeck teil – eine Zahl, die alle Erwartungen weit übersteigt. Und die Franziskaner reagieren erneut: Sie stellen dem Bildungshaus 20 Zimmer des Klosters zur Verfügung. Anfang 1974 ist die Rückseite von Kirche und Konvent eine einzige Baustelle: Wände werden herausgebrochen, Sanitär- und Heizungsanlagen werden erneuert, Gästezimmer und Seminarräume entstehen. Was der Umbau für die Brüder bedeutet, schildert die Chronik der Franziskaner: »Das Jahr 1974 stand ganz im Zeichen des Umbaus des Konventes, dessen größerer Teil dem Bildungshaus zur Verfügung gestellt wird. Die Umbauarbeiten brachten sehr viel Unruhe und große Beschwerden für die Kommunität mit sich. Die Mitbrüder zogen in das Bildungshaus um und bewohnten einen Gang im obersten Stockwerk. Einige mußten sich mit sehr kleinen Zimmern begnügen ohne die Möglichkeit, ihre Bücher immer zur Hand zu haben.« Zukunft im Blick: Stiftung Kloster Ohrbeck Auch heute, 2026, ist Haus Ohrbeck wieder in Veränderung: In diesem Jahr findet die Gründung der Stiftung Kloster Ohrbeck und die anschließende Umwandlung des Haus Ohrbeck e.V. in die Haus Ohrbeck gGmbH statt. Aufs Neue stellt die Deutsche Franziskanerprovinz damit sicher, dass Haus Ohrbeck mit langer Zukunftsperspektive im franziskanischen Sinne weiterarbeiten kann. Der »franziskanische Kompass« Das Selbstverständnis von Haus Ohrbeck formuliert im ersten Programmheft 1972 ein kurzer Text, der bis heute nichts an Aktualität und Gültigkeit verloren hat: »Haus Ohrbeck ist ein Haus des Dialoges und der Begegnung; in kritischem Gespräch sollen Brücken geschlagen und Vorurteile abgebaut werden. Es soll nüchtern, exakt und umfassend informiert werden; in der Auseinandersetzung mit dem Gehörten und Erarbeiteten werden Lernprozesse angestoßen und ein Stück Selbstfindung und damit Lebenshilfe geleistet. So empfiehlt sich Haus Ohrbeck jedem, der lebenslanges Lernen als Notwendigkeit erkannt hat und sich nicht scheut, eigene Standpunkte in Frage stellen zu lassen.« Ausgestattet mit diesem starken inneren Kompass gelingt es Haus Ohrbeck bis heute, Menschen in der ganzen Vielfalt ihrer Lebenswirklichkeiten zu erreichen. Das Haus arbeitet nah an den Themen und Bedürfnissen, die »oben auf« liegen, und bietet Menschen die Möglichkeit zur offenen und kritischen Auseinandersetzung mit den – gerade zur Zeit sehr ungewissen – gesellschaftlichen und politischen Veränderungsprozessen. Mehr Informationen zum Jubiläum am 20. 09. 2026 ▶▶ www.haus-ohrbeck.de/100 Eingangsbereich des Exerzitienhauses in den 1950er Jahren In Haus Ohrbeck findet alle drei Jahre jeweils der zweite Teil des Provinzkapitels statt Der Speisesaal: Heute »Retro«, 1970 einfach modern eingangsbereich und speisesaal : © haus ohrbeck – katholische bildungsstätte

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