Judit 16,1–2; 6; 9b Judit sang: Stimmt ein Lied an für meinen Gott unter Paukenschall, / singt für den Herrn unter Zimbelklang! / Preist ihn und singt sein Lob, / rühmt seinen Namen und ruft ihn an! Denn der Herr ist ein Gott, / der den Kriegen ein Ende setzt; / er führte mich heim in sein Lager inmitten des Volkes / und rettete mich aus der Gewalt der Feinde. Ihr Held fiel nicht durch die Kraft junger Männer, / nicht Söhne von Riesen erschlugen ihn, / noch traten ihm hohe Recken entgegen. / Nein, Judit, Meraris Tochter, / bannte seine Macht mit dem Reiz ihrer Schönheit. So schlug ihre Schönheit sein Herz in Bann. / Das Schwert traf seinen Nacken mit Wucht. Das Buch Judit ist kunstvoll komponiert. Im Mittelpunkt der Lehrerzählung steht die junge Witwe Judit, eine Frau, die gottesfürchtig ist und durch ihre Thorafrömmigkeit ihr Volk rettet. Judit lebt in einer Zeit großer Bedrohung. Das assyrische Heer belagert ihre Heimatstadt Betulia, Hunger und Durst treiben die Menschen an den Rand der Verzweiflung. Während die Männer zaudern und die Ältesten aufgeben wollen, tritt eine Frau hervor: schön, klug, gottesfürchtig und unbeirrbar. Judit ist Witwe, aber keineswegs gebrochen. Ihre innere Kraft entspringt ihrem tiefen Vertrauen auf Gott. Die Erzählung zeichnet sie als Frau, die handelt, als andere resignieren. Festlich gekleidet verlässt sie die Stadt und begibt sich allein ins feindliche Lager. Mit Charme und Klugheit gewinnt sie das Vertrauen des Feldherrn Holofernes. Als dieser betrunken in seinem Zelt liegt, ergreift Judit den entscheidenden Moment: Sie tötet ihn und bringt den Kopf des Holofernes zurück nach Betulia. Die Stadt ist gerettet, der Feind gerät in Panik. Judits Geschichte ist dramatisch, kühn und voller Spannung. Sie zeigt, dass Gottes Kraft sich oft dort offenbart, wo Menschen Mut finden, über sich hinauszuwachsen. Judit ist keine Kriegerin im klassischen Sinn, sondern eine Frau, die Glauben und Entschlossenheit miteinander verbindet. Herr, Quelle und Stärke, wenn Bedrohung meinen Horizont verdunkelt und mein Mut zu schwinden droht, dann richte mich auf. Lehre mich Judits Klarheit, ihre Entschlossenheit und ihr unerschütterliches Vertrauen. Lass mich nicht erstarren vor dem, was mich bedroht, sondern handle in Weisheit und Liebe. Sei meine Kraft in schwachen Stunden, mein Licht in dunklen Nächten, mein Sieg, wenn alle Hoffnung verloren scheint. Amen. JUDIT judit : © akg images – picture-alliance.com Die Stärke einer entschlossenen Frau
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