8 FRANZISKANER 2|2026 Mit der Industrialisierung wurden Maschinen zu etwas alltäglichem, auch wenn sie nicht unbedingt menschenähnlich waren. Mit dem damaligen Fortschrittsglauben erschien das aber nur als Frage der Zeit, und der tschechische Schriftsteller Karel Čapek war einer der Ersten, der den maschinellen Menschen erdachte. In seinem 1920 erschienenen Theaterstück »R.U.R. – Rossum’s Universal Robots« gab er ihnen den Namen Roboter. In den 1940er Jahren griff dann Isaac Asimov erstmals die explizite Idee der künstlichen Intelligenz in seinen Romanen auf. Seither ist sie nicht nur Thema in Literatur und Medien, sondern wird auch unabhängig von einem Körper gedacht und damit von Lebewesen entkoppelt. Künstliche »Intelligenz« Heute ist die künstliche Intelligenz Realität, nur wenige Klicks am Computer oder Smartphone entfernt. Oder zumindest wollen die dahinterstehenden Firmen einem dies weismachen. Denn ob diese Programme tatsächlich »intelligent« sind, hängt vor allem davon ab, wie man »Intelligenz« definiert. Psychologie und Philosophie kennen hier tatsächlich viele verschiedene Ansätze, die teilweise auch in direktem Widerspruch zueinander stehen. So gibt es zum Beispiel Forscher, die Erfahrung explizit ausschließen, während andere Erfahrungen zu einem wesentlichen Bestandteil von Intelligenz erklären. Hinzu kommen Faktoren wie soziale und emotionale Intelligenz, über die eine KI nicht verfügen kann, schließlich hat sie ja keine Emotionen. Das alles ändert aber natürlich nichts daran, dass diese Technologie gerade unsere Welt grundlegend verändert. Das zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass Papst Leo XIV. einen wesentlichen Teil seiner ersten Enzyklika der künstlichen Intelligenz gewidmet hat. Und für diese Veränderungen ist es auch zweitrangig, welche technologischen Grundlagen gerade aktuell sind und welchen Namen das genutzte Programm trägt. Daher wollen wir in dem vorliegenden Heft nicht über die Unterschiede zwischen Large Language Models, Computer-Vision-Systemen, Reinforced-Learning- Verfahren und evolutionären Algorithmen sprechen. In dieser Ausgabe des »Franziskaner« geht es darum, wie wir – als Menschen, als Gesellschaft und auch als Christen – mit der Technologie umgehen und wie sie zum Vorteil aller genutzt werden kann. KI in der »Franziskaner«-Redaktion So bleibt zuletzt nur noch zu klären, wie wir eigentlich in der Redaktion mit KI umgehen – denn auch für uns kann sie ein nützlicher Helfer sein. Dabei ist es unser grundlegender Anspruch, dass bei uns eine KI-Lösung niemals die Leistung eines Menschen ersetzen soll. Wir werden keine KI-generierten Bilder nutzen, um von Künstliche Intelligenz und … Rechenzentren Rechenzentren bilden das Rückgrat der künstlichen Intelligenz, denn in ihnen werden die KI-Modelle entwickelt, trainiert und ausgeführt. Die Anlagen sind allerdings nicht allein für KI reserviert, sondern stellen Rechenleistung für unterschiedlichste Zwecke bereit. Die Betreiber wissen oft gar nicht, wofür genau ihre Kunden die Kapazitäten nutzen. Laut der Online-Plattform Cloudscene, die ein Verzeichnis für Rechenzentren führt, gibt es weltweit aktuell über 17.000 solcher Anlagen. Die meisten davon stehen in den USA, gefolgt von Deutschland und Großbritannien. Menschen gemachte Bilder zu ersetzen. Und wir werden auch keine KI-generierten Texte abdrucken. Aber wir nutzen KI als Hilfsmittel, immer dann, wenn sie uns die Arbeit erleichtern und Zeit sparen kann. Ein Beispiel hierfür ist die Transkription eines Interviews, also das Gesagte aufzuschreiben. Bei einem halbstündigen Gespräch kann das schon mehrere Stunden dauern – eine KI braucht hingegen nur wenige Minuten. Ihre Arbeit muss aber immer überprüft werden, denn auch sie macht Fehler. Dabei merken wir auch, dass die Arbeit mit künstlicher Intelligenz unser eigenes Verhalten verändert. Bei der Diskussion um den Titel dieses Heftes zum Beispiel kamen wir auf die Idee, einen Chatbot nach Vorschlägen zu fragen. Und während wir die Vorschläge durchgingen, wurde klar, dass aus einem kreativen Diskussionsprozess ein Warten auf etwas, das gefällt, wurde. Bruder Natanael nahm dies (und wohl auch andere Erfahrungen) zum Anlass, seine Standard-Suchmaschine zu wechseln – weg von Google mit den inzwischen allgegenwärtigen KI-Antworten hin zu einer Alternative ganz ohne KI. Letzten Endes – und das darf man bei aller Faszination für diese Technologie nie vergessen – handelt die heutige KI nie aus eigenem Antrieb. Sie macht das, was man ihr sagt. Darin unterscheidet sie sich nicht von einem fast schon primitiv anmutenden Werkzeug wie einem Hammer – mit beiden lässt sich Gutes wie Böses bewerkstelligen.
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