Franziskaner - Herbst 2026

Herbst 2026 | Der franziskanische Wegbegleiter Apostelgeschichte 18,1–2a Hierauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. Dort traf er einen aus Pontus stammenden Juden namens Aquila, der vor Kurzem aus Italien gekommen war, und dessen Frau Priscilla. Apostelgeschichte 18,18a Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priscilla und Aquila nach Syrien ab. Apostelgeschichte 18,24–27 Ein Jude namens Apollos kam nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war redekundig und in der Schrift bewandert. Er war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes. Er begann, mit Freimut in der Synagoge zu sprechen. Priscilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar. Priscilla, die in den neutestamentlichen Schriften oft in Zusammenhang mit ihrem Mann Aquila genannt wird, gehört zu den tragenden Frauen der jungen Kirche. In Korinth begegnet Paulus dem Ehepaar. Die beidem stammten ursprünglich aus Rom, welches sie als Juden aber verlassen mussten. Sie übten als Zeltmacher das gleiche Handwerk aus wie Paulus. Gemeinsam mit ihm reisten sie nach Ephesus. Dort übernahmen Priscilla und Aquila die Aufgabe, den Juden Apollos im Glauben zu unterrichten. Jeweils am Ende des Römerbriefes, des 1. Korintherbriefes und des 2. Briefes an Timotheus grüßt Paulus sie als seine Mitarbeitenden und die Gemeinde, die sich in ihrem Haus versammelt. Bemerkenswert erscheint mir, dass Priscilla in der Auflistung an erster Stelle vor ihrem Mann genannt wird, was ihre Bedeutung unterstreicht. Priscilla gehört für mich zu den Frauen, ohne die die junge Kirche kaum denkbar ist. Sie lebt ihren Glauben in der Begleitung anderer Menschen. Sie hört zu, ermutigt, schafft Gemeinschaft. Ihr Haus wird zu einem Versammlungsort. Priscilla erinnert mich daran, dass jeder Mensch Lehrender und Lernender zugleich ist. Denn: Glauben weiterzugeben, heißt nicht, fertige Antworten zu haben. Es braucht die Offenheit, nach dem gemeinsamen Weg zu suchen. Die kleine Geschichte der Priscilla ist eine Ermutigung für mich, dass es in jeder Gemeinschaft Menschen braucht, die im Hintergrund Brücken bauen – zu Menschen anderer Religionen, anderer Kulturen, anderer Überzeugungen. Oft sind sie es, die Gottes Zukunft vorbereiten. Gott, du Quelle aller Weisheit, schenke uns den Geist der Priscilla. Verleihe uns Ohren, die zuhören und verstehen. Lass uns Menschen mit Freude auf ihrem Glaubensweg begleiten. Gib uns Worte deiner Liebe, die wir weiterschenken. Lass uns niemals fertig sein mit dir, überrasche uns, wo wir leben. Amen. priscilla © wikimedia.org Die Frau, die Glauben weitergibt PRISCILLA

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