01.06.2026 Text von Br. Maximilian Wagner, Bilder von Br. Igor Holmann und Br. Martin Barmettler

Die Welt ist unser Kloster

Mattenkapitel 2026 der Franziskaner, Minoriten und Kapuziner in Vierzehnheiligen

 

In der Pfingstwoche fand im Diözesanhaus Vierzehnheiligen ein Treffen der deutschsprachigen Franziskaner, Minoriten und Kapuziner statt. 70 Brüder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aber auch aus den Niederlanden, Irland, Albanien und Peru waren angereist, um vier Tage brüderliche Begegnung und Gedankenaustausch zu erleben. Auch Bischof Stanislaw aus Odessa in der Ukraine war gekommen, um mit uns die Tage zu verbringen.

„Die Welt ist unser Kloster. Signaturen unserer Zeit“ lautete das Motto der Veranstaltung. Signaturen unserer Zeit erkennen wir in den Schrumpfungsprozessen unserer Ordensgemeinschaften, in den kriegerischen Auseinandersetzungen, in der Digitalisierung und Mediatisierung, in der Bedrohung unserer Demokratie und in den Herausforderungen einer sozial-ökologischen Transformation.

Von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachteten wir in diesen Tagen unsere Welt:

In einem geistlichen Gespräch beschäftigten wir uns mit unseren Krisen im Orden und zum Umgang mit der aktuellen Situation. Dazu wählten wir die Methode „Gespräch im Heiligen Geist“ einer synodalen Kirche.
Bischof Stanislaw Schyrokoradjuk der Diözese Odessa (Ukraine) beleuchtete in einem Vortrag seine Völkergemeinschaft in Krise und erzählte, wie die Leute in der Ukraine mit Krieg und der ständigen Bedrohung durch Drohnenangriffe umgehen. In der Basilika feierte er mit uns einen festlichen Gottesdienst.
An einem Abend waren wir im Schwesterngarten der Franziskusschwestern zum Abendessen eingeladen mit gegrillten Steaks, Würstchen und Salaten und bei gekühlten Getränken.
An einem Nachmittag hatten die Brüder die Wahl zwischen drei Angeboten: Im Rathaus Bad Staffelstein informierte Bürgermeister Mario Schönwald über die Herausforderungen seiner Aufgabe. Braumeister Thomas Reblitz zeigte einer Gruppe in Nedensdorf das kleine Brauhaus und ließ drei verschiedene Biersorten probieren. Die Försterin Romana Scheidl führte eine weitere Gruppe durch den Naturwald Vierzehnheiligen.
Emmi Zeulner MdB stand einen ganzen Vormittag überzeugt und wortgewandt Rede und Antwort über die aktuellen Herausforderungen ihrer Mitarbeit in der Bundespolitik.
Bruder Lukas Bowing, ein Benediktinerpater aus der Abtei Nüdschau bei Hamburg, ist auf Instagram, TikTok und im Podcastformat „Mönch, ärgere dich nicht“ unterwegs. Dort verbindet er Glauben, Alltag und geistliche Impulse in einer Sprache, die Menschen heute erreicht. Er zeigte an praktischen Beispielen, wie wir als Kirche noch stärker in den sozialen Medien unterwegs sein müssten.
Bei den gemeinsamen Gebets- und Mahlzeiten im Bildungshaus konnten sich die Mitbrüder begegnen, ihre Gedanken und Ideen austauschen und neue Anregungen für ihren Alltag mit nach Hause nehmen. Es war für alle eine bereichernde Veranstaltung, bei der sich der Gottesgarten am Obermain die gesamte Zeit mit strahlend blauem Himmel, sommerlichen Temperaturen und milden Abenden präsentierte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert