
Der 12. April ist ein UNO-Gedenktag: der Internationale Tag der bemannten Raumfahrt. Menschen haben die Erde verlassen, sind aufgebrochen, haben den Himmel erreicht. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Nach den Sternen greifen. Als läge dort oben die Antwort. Oder wenigstens ein Versprechen.
Ich stelle mir vor, wie sie schauen: durch Helme hindurch, ins Dunkel, ins Leuchten. Und ich frage mich: Was suchen wir Menschen da eigentlich? Entfernung – oder Nähe? Einen Zufluchtsort? Macht? Oder Sinn?
Thomas, der Apostel, sucht auch. Nicht im All, sondern ganz nah. Bei den anderen. In einem Raum, hinter verschlossenen Türen. (Siehe Johannes Evangelium, 20, 19-31) Er will es genau wissen. Will sehen. Will berühren. Will glauben – aber nicht irgendwie.
Und dann steht Jesus da.
Kein Beweis.
Kein Experiment.
Keine Anleitung.
Nur Gegenwart.
Und Thomas sagt: Mein Herr und mein Gott.
Kein Wort davon, dass er die Wunden berührt. Vielleicht reicht manchmal ein Blick. Ein Augenblick, in dem etwas aufbricht. In dem sich Himmel und Erde berühren – leise, fast unmerklich.
Glaube ist kein Greifen nach den Sternen, die fern und unerreichbar bleiben. Vielleicht ist er eher ein Finden. Ein Entdecken. Mitten im Gewöhnlichen. Auf Augenhöhe. Im Zweifel. Im Staunen.
Ostern erzählt davon: dass das Leben größer ist als der Tod. Dass Hoffnung leuchtet, auch wenn es dunkel bleibt. Dass einer da ist, der sich zeigt – nicht spektakulär, sondern verlässlich.
Nach den Sternen greifen.
Vielleicht heißt das: den Himmel nicht nur oben suchen.
Sondern hier.
Zwischen uns.
Und in mir.