
Durch den Krieg sind nahezu keine Pilger mehr im Heiligen Land, eine sehr schwierige Situation für die christlichen Heiligtümer und auch für die christliche Gemeinschaft, die oft ihren Broterwerb im Tourismusbereich findet. Seit Jahrhunderten werden in Betlehem auch Devotionalien hergestellt: einmal die Perlmutt-Arbeiten, dann Darstellungen aus Olivenholz und Rosenkränze. Momentan ist alles auf unbestimmte Zeit zum Erliegen gekommen.
So schmerzhaft das Fehlen der Pilger für alle ist: In Betlehem wurde diese Situation genutzt, um die Geburtsgrotte (unter der Basilika) einer eingehenden Renovierung zu unterziehen. Und wie das im Heiligen Land so oft ist: Man kann noch nicht sagen, wie lange sich die Arbeiten hinziehen werden – denn wie bei den Arbeiten in der Grabeskirche Jerusalem, so werden sich wohl auch hier unerwartete Ergebnisse und neue Aufgaben ergeben.
Die Grotte der Geburt ist Teil eines ganzen Systems von Höhlen, von denen einige zugänglich sind, andere nicht. Gerade in den ersten Jahren dieses Jahrtausends war der Andrang von Besuchern und Pilgern so stark, dass es beim ständigen Betrieb schon schwierig war, die Reinigungszeiten einzuhalten. Noch weniger war an die Möglichkeit kleinerer Reparaturen zu denken.
Sehr ungewohnt erscheint uns die Geburtsgrotte ohne die vielen Wandbehänge, Stoffe, Dekorationen und Lampen – ein Eindruck, der wohl einmalig für Jahrhunderte ist.
Wie schon in Jerusalem der Fall, wird die Renovierung von den drei in der Basilika vertretenen Gemeinschaften verantwortet: Das griechisch-orthodoxe Patriarchat, das armenisch-orthodoxe Patriarchat und die Kustodie der Franziskaner als Vertreter der Lateinischen (katholischen) Kirche. Die begonnenen Arbeiten werden von der italienischen Spezialfirma Piacenti ausgeführt.