Oft ist das, was uns beschäftigt und uns besorgt, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.

Meine letzte Schulhofschlägerei hatte ich vor Jahrzehnten in der Grundschule. Heute erinnere ich mich nicht mal daran, worum es ging und mit wem ich mich da geprügelt habe. Was ich noch ganz genau weiß: Wie es auf dem Höhepunkt aussah. Mein Gegner und ich haben uns auf dem Boden des Schulhofs gewälzt, während um uns herum ein Kreis von Mitschülern stand und wahlweise meinen Namen oder den meines Kombattanten gerufen haben. Am Ende kam dann eine Lehrerin und hat uns getrennt.
Die Art und Weise der Kommunikation in den aktuellen Konflikten weckt meine Erinnerung daran. Vor dem Forum der Weltöffentlichkeit werden Beschimpfungen und Drohgebärden ausgetauscht. Dem Gegenüber wird völlige Zerstörung oder doch wenigstens maximale Erniedrigung in Aussicht gestellt. All das natürlich medial viel verfeinerter als das schlichte: „Ich mach dich platt!“ Am Ende kommt es aber doch nicht über das Niveau vom Vorspiel einer Schulhofschlägerei hinaus.
Natürlich wäre es amüsant, sich die Kontrahenten der aktuellen Großkonflikte als kleine Jungs mit strubbeligen Haaren und rot angelaufenen Gesichtern vorzustellen, die sich anblöken: Nur sie sind es einfach nicht mehr! Es fliegen nicht kleine Fäuste, sondern Drohnen und Raketen. Solch riskantes Imponiergehabe von Staatsmännern hat den Ersten und mittelbar auch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Folge davon: viele Länder in Schutt und Asche und Millionen Tote!
Höchste Zeit, dass die Erwachsenen im Raum dazwischen gehen.
Der Blick zurück, der Blick nach vorn und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de.