Ludwig Konrad erblickte am 12. Februar 1937 als fünftes von sieben Kindern in Unterteuerting bei Kelheim (Diözese Regensburg) das Licht der Welt. Seine Eltern Ludwig und Maria Konrad betrieben dort eine mittelgroße Landwirtschaft. Von 1943 bis 1948 besuchte er die Volksschule Reißing in der Nähe seines Heimatdorfes.
Nach der 5. Klasse kam er an das Vorbereitungsseminar der Bayerischen Franziskaner nach Freystadt. Im September 1949 wechselte er nach bestandener Aufnahmeprüfung an das dortige Franziskanerseminar Alcantarinum in Landshut, von wo aus er das staatliche humanistische Gymnasium besuchte und im Juli 1959 dort mit dem Abitur seine Schulzeit erfolgreich beendete. Gleich danach bat er um Aufnahme in den Franziskanerorden.

* 12. Februar 1937 in Unterteuerting
† 07. Mai 2026 in Vierzehnheiligen
Bild von Deutsche Franziskanerprovinz
Am 8. September 1959 wurde er in Dietfurt eingekleidet und nannte sich künftig Frater Raphael. Nach dem Noviziat kam er zum Studium der Philosophie und Theologie nach München St. Anna. Seine Feierliche Profess versprach er am 9. September 1963 in München St. Anna in die Hände von Pater Matthias von Adrian Werburg. Weihbischof Johannes Neuhäusler erteilte ihm sämtliche Niederen Weihen und spendete ihm am 25. Juli 1965 in München St. Gabriel die Priesterweihe. Nach dem Pastoraljahr in München St. Anna wurde er im Kloster Altstadt in Hammelburg ab August 1966 als Seminarpräfekt eingesetzt. Im September 1970 kehrte er nach München, diesmal in die Pfarrei St. Gabriel, für neun Jahre als Kaplan zurück und engagierte sich ab 1974 auch als Dekanatsjugendseelsorger.
Die meiste Zeit seines seelsorgerlichen Wirkens verbrachte er in den Jahren 1979 bis 2001 als Pfarrer und Guardian in Dettelbach. In diesen 22 Jahren begleitete er in dem ständig wachsenden Pastoralraum viele Menschen und hinterließ in ihren Herzen wertvolle Spuren.
Mehrmals wurde er als Definitor in die Provinzleitung gewählt: 1992-1998 und 2007-2010. Im September 2001 verabschiedete er sich als knapp 65‑Jähriger von der Pfarrarbeit und wechselte für sechs Jahre als Guardian und Wallfahrtsseelsorger auf den Kreuzberg. Weil nach abgelaufener Amtszeit der Hausleiter in der Regel versetzt wird, verließ Pater Raphael im September 2007 den Kreuzberg und stand 18 Jahre lang in Dietfurt als Hausvikar zur Verfügung und betreute neben der Klosterkirche die Wallfahrtskirche in Griesstetten. Am 8. September 2024 konnte er dort noch sein 65-jähriges Ordensjubiläum und am 25. Juni 2025 noch sein Diamantenes Priesterjubiläum feiern.
Am 28. Januar 2026 zog er auf eigenen Wunsch nach Vierzehnheiligen um, wo er in der Pflegestation der Franziskusschwestern ein schönes Zimmer und eine ausgezeichnete medizinische Behandlung bekam. Er gewöhnte sich schnell dort ein und fühlte sich wohl. Am 7. Mai 2026 verstarb er auf der Pflegestation in Vierzehnheiligen im Alter von 89 Jahren.
Er wird uns als fröhlicher und künstlerisch begabter Mitbruder sowie als aufrichtiger Seelsorger stets in guter Erinnerung bleiben.
Christus ist für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist. Halleluja.
2 Kor 5,15 (Kommunionvers vom Sterbetag)
Das Requiem für Pater Raphael feiern wir am 20. Mai 2026 um 10:30 Uhr in der Klosterkirche der Franziskaner in Dietfurt. Anschließend findet die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof statt.