
Wer die Augustinerkirche in Würzburg betritt, wird mit dem Satz empfangen „Ich will, dass du bist“, geschrieben auf goldenem Grund – ein verheißungsvolles Willkommen!
Wer die Jesuitenkirche in Heidelberg besucht, mag zunächst eher erschrecken beim Anblick der roten Gestalt, die da auf dem Windfang sitzt, oder zumindest irritiert sein…
Es ist die „Ruach“ von Bernhard Apfel – eine Verkörperung des Heiligen Geistes. Eine Gestalt mit rotloderndem Haar, voll Bewegung und Dynamik. Ruach ist im Hebräischen weiblich. Die Geistin verkörpert Feuer und Flamme, Leidenschaft und Engagement. Die Geistkraft steht für Luft und Wind, für Lebensatem und Lebendigkeit. Die „Ruach“ sitzt nicht zufällig auf dem Windfang. Sie weist hinaus in die Welt: Geh(t), dort Gottes neue Welt zu gestalten – beherzt und begeistert, sensibel, innovativ und kreativ, motiviert von der Bewegungskraft Gottes, inspiriert vom spiritus sanctus…
Pfingsten ist das Geburtstagsfest der Kirche – das Fest der Ecclesia, das Fest der Herausgerufenen. Ein prophetischer Auftrag für eine in Unordnung geratene Welt: Geht beflügelt, leichten Schrittes, mit brennendem Herzen und verkündet: Gott will, dass Du bist – denn Dein Leib ist Tempel Gottes, in Dir wohnt Gottes Geist.
Ruach
Heilige Geistin
Öffne uns für dein Wehen
In den unerbetenen Reden der Kritiker*innen
In den ungewohnten Gedanken der Denker*innen
In den furchtlosen Zeitansagen der Prophet*innen
In den überraschenden Vorgängen der Geschichte
In den banalen Abläufen des Alltags
Heilige Geistkraft
Erfülle uns mit deiner Leidenschaft
In unseren (Ordens)Gemeinschaften
In unseren Werken
In unserer Kirche
In unseren liturgischen Feiern
Heiliger Geist
Durchatme uns in unserem Leben
Ermutige uns in unserem Wirken
Bestärke uns in unserem Handeln
Inspiriere uns in unserer Verkündigung
Gebet – inspiriert von Anton Rotzetter
Wir Brüder der Deutschen Franziskanerprovinz wünschen Ihnen ein geisterfülltes Pfingstfest!