Oft ist das, was uns beschäftigt und besorgt, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.

Die UN-Generalversammlung hat Deutschland einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die beiden kommenden Jahre verwehrt. Recht so! Es reicht eben nicht, als zweitgrößter Geldgeber aufzutreten. Deutschland brüstet sich damit, „Anwalt des Völkerrechts“ zu sein, und schwieg beharrlich beim Gaza-Krieg, zum Konflikt der USA mit Venezuela und beim Krieg der USA gegen den Iran. In unguter Erinnerung ist der Auftritt von Kanzler Merz beim Klimagipfel in Belém im letzten Herbst geblieben. Deutschland wird derzeit oft als überheblich und arrogant erlebt. Glückwunsch nach Portugal und Österreich. Es müssen nicht immer die Großen sein. Statt die beleidigte Leberwurst zu spielen, geht es darum, eine glaubwürdige menschenrechts- und völkerrechtsbasierte Politik zu machen.
Um Macht, Prestige und Geld statt Menschen(rechte) geht es auch bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada. Amnesty International kritisiert, dass insbesondere in den USA und Mexiko Fans, Sportler, Medienschaffende und lokale Gemeinschaften massiven Risiken durch staatliche Repressionen, Abschiebungen, Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt sind. In Mexiko sind Tausende Menschen spurlos verschwunden, in den USA sitzen 68.000 Menschen in den Haftanstalten der ICE-Einwanderungsbehörde. 50 Menschen sind seit dem letzten Jahr in ICE-Gewahrsam gestorben. Die USA haben Fans aus Senegal, Iran, Haiti und der Elfenbeinküste die Einreise verweigert. Ebenso Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia. Erstmals befindet sich mit den USA ein Gastgeberland mit einem Teilnehmerstaat, dem Iran, im Krieg. Die Welt zu Gast bei Feinden.
Nichtsdestotrotz hat FIFA-Boss Gianni Infantino dem „King of Soccer“, Donald Trump, schon mal prophylaktisch den „FIFA-Friedenspreis“ verliehen. Das Sportswashing-Projekt WM soll durch die Aufblähung auf 48 Mannschaften, 104 Spiele und völlig überteuerte Ticketpreise 11 Milliarden Dollar einbringen. Klar ist bereits, dass es die klimaschädlichste WM aller Zeiten wird. Ob da ein persönlicher Boykott angesagt ist, wird jede/r für sich entscheiden müssen. Äußerst schade, dass die schönste Nebensache der Welt angesichts dieser vergifteten Begleitumstände nicht mehr wirklich mit Fußballbegeisterung und mit Freude zu genießen ist.
Der Blick zurück, der Blick nach vorn, und der Blick nach innen.
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