08.05.2026 Bruder Hrvoje Žabić

Das Mailied

| Jetzt | Der Kommentar der Woche

Marienverehrung in der Maiandacht im ältesten marianischen Wallfahrtsort auf dem Balkan in Olovo, Bosnien und Herzegowina (Bild von Oliver Livančić)

Oft ist das, was uns beschäftigt und uns besorgt, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Während eines spontanen Nachmittagsspaziergangs durch den Englischen Garten in München habe ich plötzlich die Macht des Mai empfunden. Es schien mir so, als ob gerade in diesem Moment alle Frühlingskräfte Ostern gefeiert hätten.

Ich habe mich dann an ein Gedicht des berühmten kroatischen Dichters und Schriftstellers Miroslav Krleža erinnert, das diese besondere Gefühlsregung treffend beschreibt. Darin heißt es: „Ich fliehe vor meinen großen Sünden und verberge meinen Kopf wie ein Kind im warmen Schoß meiner Mutter – das Mailied.

Was haben Frühlingskräfte mit meinem geistlichen Leben zu tun? Angeregt durch das Wachsen und Blühen der Natur rund um mich kann auch mein Geist und mein Glaube wachsen und blühen.

Ich frage mich: Kann ich etwas in meinem Leben verändern? Wie gehe ich mit meinem Versagen und mit meiner Schuld um? Und wo finde ich Zuflucht, wenn es mir nicht gut geht?

In diesem Monat Mai, der Maria, unserer Lieben Frau, gewidmet ist, suchen wir aus voller Kraft nach ihrem Schoß und ihrer Umarmung, und beten um ihre Fürbitte. Sie – Maria – ist das eigentliche Mailied.


Der Blick zurück, der Blick nach vorn, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de.


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