Oft ist das, was uns beschäftigt und uns besorgt, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.

Am 4. Juli 2026 wird an einen welthistorischen Moment erinnert: 250 Jahre Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika. Es geht um nicht weniger, als die historische Erfahrung, dass sich Bürger selbst ermächtigten, um sich eine eigene Verfassung zu geben: eine Absage an Kolonialismus und Bevormundung! Dieser Gedanke von Volkssouveränität verknüpfte sich mit der ersten Erklärung von individuellen Menschenrechten, nicht zuletzt das Recht auf die Suche nach persönlichem Glück. Bis in die Gegenwart ist nicht abschließend geklärt, welcher dieser beiden Fixpunkte im Zweifelsfall dem anderen vorausgeht.
Möglicherweise viel tiefer und wirkungsvoller als die Worte der Unabhängigkeitserklärung war das, was viele Menschen damit verbanden: das Versprechen auf ein besseres Leben, das durch eigene Anstrengung erreichbar schien. Ganz egal, ob dieses Versprechen je gehalten wurde oder ob es überhaupt einlösbar ist: Es hatte und hat die Urgewalt eines schönen Traumes. Im kalifornischen Hollywood wurde im 20. Jahrhundert eine eigene Fabrik errichtet, die das mit Bildern befeuerte, meditierte, aber auch kritisch reflektierte.
Vielleicht stehen die USA aktuell in einem Lernprozess. Unabhängigkeit für sich genommen ist ein sehr heikles Ziel! Freiheit, die sich nicht verantwortlich bindet, mündet in Vereinsamung und im Extremfall in Tyrannei. Genau das Gegenteil von dem, was vor 250 Jahren angestrebt wurde.
So ist der ganzen Welt wirklich zu wünschen: God save America!
Der Blick zurück, der Blick nach vorn und der Blick nach innen.
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