Oft ist das, was uns beschäftigt und uns besorgt, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.

Eben noch haben wir den 800. Todestag des heiligen Franziskus gefeiert. Wir nennen es den Transitus, den Hinübergang vom irdischen ins ewige Leben. Es war ein sehr spiritueller, bewegender Gottesdienst in der alten Klosterruine mitten in Berlin.
Und schon liege ich im Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus. Mein Herz hat schlapp gemacht. Da wird mir bewusst wie endlich, zerbrechlich mein eigenes Leben ist. Es ist noch einmal gut gegangen sagen wir. Gott sei Dank!
Wir Menschen denken nicht so gerne an den Tod. Er wirkt bedrohlich. Er macht Angst. Aber warum denn? Je weiter wir den Gedanken an das eigene Ende schieben, ihn verbannen, desto schlimmer wird’s. Der Tod gehört zum Leben.
Franziskus hat den Tod „Bruder“ genannt. Er hat den Tod angenommen, integriert, sogar zelebriert. Der Transitus war für ihn eine Feier wert. Er hat die Brüder eingeladen, hat sich nackt auf den Boden legen lassen. Wie sein Anfang sollte sein Ende sein. Dann hat er sich das Evangelium vom Letzten Abendmahl vorlesen lassen.
Vor einiger Zeit habe ich einen 21-jährigen Motorradfahrer beerdigt. Seine Kumpels wollten den Sarg tragen. Im Anschluss sagte einer der Jungs: „Br. Gabriel, trotzdem allem, war es eine schöne Beerdigung.“ Ich sagte ihm: „Wenn du willst, mache ich deine auch. Aber es muss ja nicht gleich morgen sein.“ Darauf haben wir lange darüber geredet, wie er seine Beisetzung gestalten möchte, sehr intensiv!
Wir sollten uns vorbereiten auf dieses Ereignis. Der Tod gehört zum Leben dazu. Er ist es wert, angenommen und gestaltet zu werden. Es geht nicht um Todessehnsucht, es geht um das Leben. Im Hospiz darf man das Ende leben.
Eine meiner Segenskarten lautet: „Möge der liebe Gott Gefallen an dir finden, aber noch nicht so bald.“ Gott hat an dir Gefallen auch jetzt schon. Am Ende wird alles gut, davon bin ich fest überzeugt. Franziskus sagt: „Gott mein höchstes Gut, alles gut.“
Na gut!
Der Blick zurück, der Blick nach vorn und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de.