Oft ist das, was uns beschäftigt und uns besorgt, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.

Das Rad wurde vor ca. 5.000 Jahren erfunden. Das Fahrrad ist gut 150 Jahre alt. Das Getränk „Radler“ wurde erst vor 100 Jahren beliebt. Ob Franziskus mit dem Rad ins Heilige Land gefahren wäre? Ich glaube, er verstand sich mehr als Fußpilger, nicht als Radler. Trotzdem hat das Radeln auch etwas Franziskanisches an sich.
„Als die Spitzengruppe von einem Zitronenfalter überholt wurde, gaben viele Radfahrer das Rennen auf“, schreibt Günter Grass über die Tour de France. Wir bilden keine Spitzengruppe auf der Tour de Franz – bei uns gibt die Langsamste das Tempo vor. Wir haben auch nur einmal in 20 Jahren aufgegeben, nicht wegen eines Schmetterlings, sondern wegen eines Dauerregens.
Wir, das sind interessierte Radfahrer, die mit einem der Franziskaner von Pankow einmal im Jahr auf Tour gehen. Am Anfang haben wir Nachbarklöster er-fahren: Halle, Waren, Görlitz, Wiedenbrück. Heute machen wir eine Tagestour in die Umgebung von Berlin.
Bei den Touren er-fahren wir typisch Franziskanisches: durch die Welt ziehen, unterwegs sein, nicht festsitzen – außer im Sattel. Frischen Wind spüren, gemeinsam Mahl halten, das mitgebrachte Essen teilen, bei einer Panne auf das Können der Laien vertrauen, Gott für Schwester Sonne und Bruder Rückenwind loben, spontan in einen See der Mecklenburgischen Seenplatte springen, Ortskundige nach dem Weg fragen, sich austauschen und unterstützen, sich von mehr als einem Zitronenfalter überholen lassen, nicht ständig auf Hochtour leben.
Die Tour de Franz lässt uns die Schöpfung als Spiegel Gottes leibhaftig er-fahren.
Der Blick zurück, der Blick nach vorn, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de